Warum du kein „Zahlenmensch“ sein musst, um in ETFs zu investieren

Veröffentlicht am Kategorisiert als ETF und Börse
Investieren in ETF und kein Zahlenmensch

Zuletzt aktualisiert am 19. Dezember 2025 von Nadine von Coasting to FIRE

Du denkst, du bist kein „Zahlenmensch“ und deswegen traust du dich nicht, in ETF zu investieren?

Immer wieder höre ich in Gesprächen mit meinen Kund:innen oder auch in den Diskussionen in meiner Investment-Community, dass jemand sich nicht traut, an der Börse zu investieren, weil er „einfach kein Zahlenmensch“ ist.

Insbesondere Frauen behaupten das sehr gern von sich selbst.

Ich sage, du musst weder ein Zahlenmensch noch ein Mathe-Genie sein, um an der Börse zu investieren. Und ein Finanz- oder BWL-Studium brauchst du ganz sicher auch nicht. Und in diesem Artikel zeige ich dir, warum.

Ich zeige dir außerdem die Zusammenhänge, die du wirklich brauchst, um ein Grundverständnis von ETFs zu bekommen.

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Warum du kein Mathe-Genie sein musst, um zu investieren

Auf meinem Blog geht es hauptsächlich um das Investieren mit breit gestreuten Aktien-ETF. So ein breit gestreuter Aktien-ETF bildet je nach ETF die gesamte Weltwirtschaft der Industrie- und Schwellenländer ab. (Hier kommst du zum Artikel „Was ist ein ETF?“)

Und ich behaupte, du musst kein Zahlenmensch oder Mathe-Genie sein, um folgenden Zusammenhang zu verstehen: Weltweit agierende Firmen wie Apple, Microsoft, Amazon & Co. verkaufen zusammen mit ihren hunderttausenden Mitarbeitern weltweit viele Produkte. Am konkreten Beispiel: Apple verkauft seine iPhones, MacBooks, Apple Watches usw.

Wenn alle diese Unternehmen viele Produkte verkaufen, machen sie viel Umsatz. Und wenn sie es richtig anstellen, machen diese Firmen auch viel Gewinn, wodurch der Wert dieser Unternehmen an der Börse langfristig steigt. Und wenn der Börsenwert von Apple, Microsoft und Amazon steigt, dann steigt auch der ETF, in dem diese Unternehmen enthalten sind.

In einem Aktien-ETF, wie zum Beispiel dem Vanguard Developed World ETF (ein ETF, der knapp Unternehmen aus Industrieländern der ganzen Welt enthält), sind insgesamt knapp 2.000 Unternehmen enthalten. In diesen 2.000 Unternehmen arbeiten sehr viele Mitarbeiter, die viele Produkte herstellen und verkaufen, alles für das Wohl ihres Arbeitgebers und den Erhalt ihres eigenen Arbeitsplatzes.

Ein ETF ist also kein abstraktes Gebilde, sondern ein Korb von Unternehmen, die jeden Tag Produkte verkaufen und Umsatz machen. Hier kommt die Liste der aktuell 10 größten Unternehmen in einem Welt-ETF, konkret dem Vanguard Developed World ETF:

Die Top 10 Positionen im  Vanguard Developed World ETF, Stand: 18.09.2025
Die 10 größten Positionen im breit gestreuten Welt-ETF „Vanguard Developed World ETF“ (WKN: A2PLS9, Bild-Quelle: justetf.com/de, Stand: 18.09.2025)

Du musst auch kein Mathe-Genie sein, um zu verstehen, dass dieser Chart von dem gleichen ETF sehr erfreulich aussieht:

Chart des Vanguard Developed World ETF Vanguard Developed World ETF von September 2019 bis September 2025 (WKN: A2PLS9, Bild-Quelle: justetf.com/de, Stand: 18.09.2025)

Der Chart geht Bilderbuch-mäßig von links unten nach rechts oben, wenn man über den Zeitraum von ein paar Jahren schaut. Und wenn ein Chart von links unten nach rechts oben geht, dann heißt das: Der ETF ist gestiegen und dein Geld hätte sich vermehrt, wenn du dein Geld im September 2019 in genau diesen ETF investiert hättest.

In diesem konkreten Fall hätte sich dein Geld sogar fast verdoppelt in den letzten 6 Jahren: Konkret wäre dein Einsatz um erfreuliche 98,84% gestiegen, wenn du am 24. September 2019 einmalig einen Betrag in diesen ETF investiert hättest.

Die gute Nachricht ist: Das alles hat der ETF automatisch getan, ohne dass du jemals eine Börsenzeitung in die Hand nehmen musstest.

Warum Finanzbildung nichts mit Mathematik zu tun hat

In der Mathematik geht es um die Grundrechen-Arten und alle möglichen anderen Dinge, z.B. Arithmetik, Algebra und Geometrie. Die wenigsten davon haben allerdings eine Relevanz für das Investieren mit ETF.

Deswegen kann man auch nicht automatisch erfolgreich investieren, wenn man Mathematik oder BWL studiert hat. Oder wie in meinem Fall: eine abgeschlossene Bankausbildung.

Wenn du unbedingt willst, kannst du natürlich die Geschäftsberichte von Amazon, Apple und Microsoft herunterladen und stundenlang studieren. Wenn du diesen Artikel und meinen Blog liest, hast du daran aber vermutlich eher weniger Spaß. Und tatsächlich musst du das auch nicht tun, um in ETF zu investieren.

Aus meiner Sicht geht es darum, dass du die wichtigsten Grundregeln kennst, die an der Börse herrschen. Du würdest ja auch nicht in ein Auto steigen, wenn du keinen Führerschein hast und einfach losfahren. Wenn du deinen Führerschein machst, dann lernst du die Vorfahrtsregeln und auch, wo man Gas gibt und bremst. Und klar ist es auch gut, wenn man ungefähr weiß, wo beim Auto der Motor ist und wo man tankt.

Aber du musst ein Auto nicht konstruieren und bauen können, um Auto zu fahren. Oder? Genauso ist es mit der Börse und dem Investieren: Ein Grundverständnis ist wichtig und nötig, aber das reicht dann auch völlig aus.

Zinseszinseffekt und exponentielles Wachstum

Das einzige, was aus meiner Sicht hilfreich ist an Mathe-Kenntnissen, ist der Zinseszinseffekt. Der besagt nämlich, dass unser Vermögen exponentiell steigt anstatt linear.

Aber diesen Effekt kann ich dir auch schnell an einem Beispiel erklären, falls du gerade nicht parat hast, was nochmal exponentielles Wachstum ist.

Exponentielles Wachstum ist das, was du hier in diesem Bild als orangen Balken siehst:

Rechenbeispiel: 0€ Anfangskapital von 0€, über 60 Jahre werden monatlich 50€ zu 4,6% investiert. Endkapital: 184.509,52€. Diese setzen sich zusammen aus 36.000€ Einzahlungen und 148.509,52€ an Zinsen oder Kapitalerträgen. (Quelle: Sparplanrechner von finanzfluss.de, Stand: 18.09.2025)

In dem Rechen-Beispiel werden 60 Jahre lang 50€ pro Monat in einen ETF investiert, mit durchaus realistischen 4,6% Durchschnittsrendite pro Jahr (Rendite nach Abzug der Inflation).

Du zahlst in diesem Rechen-Beispiel nur 36.000€ ein, hast am Ende aber fast 150.000€ Vermögen, einfach durch die Wirtschaftskraft der Unternehmen, die in einem Aktien-ETF enthalten sind.

Und keine Sorge, dank des Internets musst du dieses exponentielle Wachstum nicht manuell ausrechnen. Es gibt zahlreiche Sparplan-Rechner, bei denen du einfach nur deine Daten eingibst und sobald du auf „Berechnen“ klickst, bekommst du dein Ergebnis. Ich nutze gern den Sparplan-Rechner von Finanzfluss.

Eingabemaske des Sparplan-Rechners von Finanzfluss (Bild-Quelle: https://www.finanzfluss.de/rechner/sparrechner/, Stand: 18.09.2025)

Dafür musst du kein „Zahlenmensch“ sein, du musst einfach nur die Höhe deiner Sparrate kennen. Und du musst wissen, wie lange du dein Geld im ETF liegen lassen willst.

Dann musst du vielleicht noch wissen, dass die durchschnittliche Rendite eines Aktien-ETF bei 6-8% pro Jahr liegt, nach Abzug der Inflation entsprechend weniger (in dem obigen Beispiel habe ich mit 4,6% Rendite pro Jahr nach Abzug der Inflation gerechnet).

Aber auch hierfür musst du nicht wirklich ein „Zahlenmensch“ sein. Es reicht auch, wenn du meinen Blog liest… 😉

Investieren ist mehr Mindset als Finanz-Wissen

Ich verstehe gut, dass man erstmal Angst vor der Börse hat, wenn man damit noch nie etwas zu tun hatte. Aber ich weiß aus den Gesprächen mit meinen Kurs-Teilnehmer:innen und aus den Antworten zu meiner letzten Blogparade, dass es möglich ist, diese Ängste zu überwinden. Und das sogar innerhalb von wenigen Wochen. Stichwort: Mindset.

In diesem Artikel berichten zum Beispiel neun Investor:innen, wie sie trotz Vorbehalten – teils noch aus der Großeltern-Generation übermittelt – ihren Weg an die Börse gefunden haben. Und soweit ich weiß, hat keiner von denen Mathematik studiert.

Einige der Teilnehmer an meiner Blogparade haben zufälligerweise sogar meinen Crashkurs ETF absolviert, zum Beispiel Anke und Uwe. Und das hat den beiden gereicht, um ihre Bedenken über Bord zu werfen und innerhalb von ein paar Wochen den Schritt an die Börse zu wagen und Aktien-ETF zu kaufen.

Mein Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir zeigen, dass du wirklich kein Zahlenmensch oder Mathematik-Genie sein musst, um dir mittels Aktien-ETF ein Vermögen an der Börse aufzubauen.

Auch renommierte und unabhängige Institutionen wie die Stiftung Warentest sagen, dass Investieren mit ETFs einfach ist. Ich kann dem nur zustimmen.

Auch die Stiftung Warentest sagt, dass ETF-Sparen „einfach“ ist (Bild-Quelle: https://www.test.de/thema/investmentfonds/, Stand: 18.09.2025)

Das Problem ist, dass Banken das Investieren gern komplex erscheinen lassen, damit sie dich „beraten“ können. Am besten noch im Anzug und mit möglichst viel Fach-Chinesisch. Denn: wenn sie dich „beraten“ und dir ihre Produkte verkaufen, dann sichern sie ihrem Arbeitgeber ansehnliche Provisionen.

In diesem Artikel habe ich ausgerechnet, wie viel Provision die Bank an dir verdient…Spoiler: es sind mehr als 50.000€!

Banken und deren Mitarbeiter haben also gar kein Interesse daran, dir zu erklären, wie einfach investieren sein kann. Dann würden sie nämlich ihren eigenen Arbeitsplatz gefährden.

Lass mich gern in den Kommentaren wissen, ob ich dir die Angst nehmen konnte, dass Finanzen und Investieren nur für Mathe-Genies und Zahlenmenschen ist.

Hallo, ich bin Nadine Cabrera – Investment-Mentorin für entspannte ETF-Strategien & Gründerin von Coasting to FIRE

Ich zeige Frauen, wie sie ohne Finanzkauderwelsch an der Börse loslegen und sich langfristig ein Vermögen mit ETFs aufbauen. Mein Herz schlägt dabei besonders für einfache ETF-Strategien, ganz ohne permanentes Checken von Börsenkursen.

Seit über 7 Jahren investiere ich selbst an der Börse, bin ausgebildete Bankkauffrau und habe mehr als 120 Frauen dabei begleitet, ihre Angst vor der Börse zu verlieren und selbstbewusst für ihre finanzielle Zukunft vorzusorgen. Mein Ziel: Dein Geld arbeitet – nicht Du.

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Nadine Cabrera, Finanzbloggerin von Coasting to FIRE

Alle Artikel auf CoastingtoFIRE.de stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar (§85 WpHG). Sie dienen lediglich der allgemeinen und unverbindlichen Information. Es wird zu keinem Zeitpunkt eine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. 

Der Kauf von ETF, Aktien und Bitcoin ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Investitionsentscheidungen sollten niemals nur auf Basis von Informationsangeboten dieser Seite getroffen werden.

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