Vor ein paar Tagen hat mein Blog „Coasting to FIRE“ seinen vierten Geburtstag gefeiert, denn am 5. Juni 2022 hat mein erster Blogartikel das Licht der (Online-)Welt erblickt. Eigentlich ein Grund zum Korkenknallen, denn viele Finanzblogs überleben gar nicht so lange.
Allerdings habe ich mein eigenes Blog-Jubiläum fast verpasst! Ich habe es tatsächlich nur mitbekommen, weil mich Facebook in meinem privaten Profil an meinen im letzten Jahr geposteten Blogartikel zum 3. Blog-Geburtstag erinnert hat.
In vier Jahren Coasting to FIRE habe ich insgesamt 117 Blogartikel veröffentlicht (dieser Artikel ist Nr. 118) und als ich die letzten Jahre so Revue habe passieren lassen, sind mir ein paar Parallen zwischen dem Investieren (was ich seit mehr als 7 Jahren betreibe) und dem Bloggen aufgefallen. Und genau darüber werde ich in diesem Artikel schreiben.
Warum ein unperfekter Start besser ist als gar kein Start
Als ich im Sommer 2022 meine Webseite und diesen Blog gestartet habe, wußte ich ehrlich gesagt nicht, wie genau das alles funktioniert. Ich hatte vor Coasting to FIRE zwar schon mehrere Webseiten angemeldet, bin dann aber immer wieder an der Technik gescheitert und ehrlich gesagt auch daran, die Webseiten mit Inhalten zu füllen. Und von mehr als 100 Blogartikeln habe ich damals nur geträumt.
Im Sommer 2022 war ich selbst ungefähr seit 4 Jahren an der Börse aktiv, denn ich hatte im August 2018 mit dem Investieren an der Börse angefangen. Und in diesen knapp 4 Jahren hatte ich soviel Wissen angesammelt, dass ich mir sicher war, dass ich damit ausreichend Futter für eine Webseite und einen lebendigen Blog habe.
Also habe ich mich für eine Blog-Challenge angemeldet (bei der wunderbaren Judith Peters) und im Rahmen dieser Challenge meinen allerersten Blogartikel geschrieben.
Damals gab es auf meiner Webseite wirklich nur diesen einen Artikel, eine Startseite oder Über-Mich-Seite oder andere Menüs wie eine eigene Unterseite für meine Blogartikel, das kam alles erst in den Wochen danach.
Hätte ich damals schon wieder „alles perfekt“ machen wollen so wie bei Webseite Nummer 1 und 2…wahrscheinlich würde ich heute nicht meinen vierjährigen Blog-Geburtstag feiern, sondern hätte auch Webseite Nummer 3 irgendwann wieder still und heimlich abgemeldet…
Aber meine Blog-Mentorin Judith hat mich darauf getrimmt, erstmal die ersten Blog-Artikel zu schreiben und mich dann erst auf den ganzen Rest zu konzentrieren. Und das war ehrlich gesagt der beste Rat, den sie geben konnte (und sie hat mir danach noch viele andere gute Ratschläge gegeben).
Warum ein schlechter Sparplan besser ist als gar keiner
Mein Weg an die Börse startete im Rückblick betrachtet auch etwas holprig und alles andere als perfekt: Am 1. August 2018 wurde mein allererster ETF-Sparplan ausgeführt – und zwar 25€ in einen ETF auf den DAX, den Deutschen Aktien-Index.
Was ich dann ein paar Monate später erst verstanden habe: Der DAX ist alles andere als breit gestreut. Damals enthielt der Deutsche Aktien-Index nur 30 Unternehmen, alle mit Sitz in Deutschland (heute sind es 40, was auch nicht sehr breit gestreut ist).
Und wer mich kennt, der weiss, dass ich es inzwischen beim Investieren wie die berühmte Börsen-Oma Beate Sander halte: Breit gestreut, nie bereut. Was konkret heißt: weltweit investieren in so viele Unternehmen wie möglich.
Deswegen investiere ich seit März 2019 nicht mehr in einen DAX-ETF, sondern in den Vanguard Developed World ETF mit fast 2.000 Unternehmen aus den 23 Industrieländern. Den Dax-ETF hatte ich letztlich nur 4 Monate bespart und im Juli 2019 komplett wieder verkauft.
Jetzt könnte man ja denken, dass mein erster DAX-Sparplan ein Fehler war. Ich sehe das anders! Es war vielleicht nicht perfekt, aber es war ein Anfang – mein Anfang.
Und wenn ich eines in den letzten 4 Jahren gelernt habe, dann das: sehr viele Frauen schieben das Thema Altersvorsorge monate- oder sogar jahrelang vor sich her, das ergab auch eine Umfrage in meiner Instagram-Story:

Ich bin da übrigens keine Ausnahme: mit 39 hatte ich auch noch keine nennenswerte Altersvorsorge, wenn man mal von ein paar Rentenversicherungen absieht.
Aber der entscheidende Unterschied ist: Nachdem ich beschlossen hatte, mich ernsthaft um meine finanzielle Zukunft und insbesondere meine Altersvorsorge zu kümmern, hat es dann nicht mehr Jahre gedauert, bis ich meinen ersten ETF gekauft habe.
Ja, ich habe wochenlang alles gelesen, was ich in die Finger bekommen konnte – Blogartikel, Facebook-Gruppen, YouTube-Videos, wirklich alles, was ich finden konnte. Eines der besten Bücher, die ich damals verschlungen habe, war zum Beispiel das Buch „Die Faulbärstrategie zur Million“ von Christoper M. Klein.

Augeliehen am 5. Juni 2018, erster ETF-Sparplan am 1. August 2018, also keine zwei Monate später und hatte ich meinen ersten ETF im Depot.
Deswegen mein Fazit: Wer wartet, bis er den perfekte ETF und die perfekte Anlagestrategie gefunden hat, verpasst die wichtigste Zutat des Vermögensaufbaus: Zeit.
Denn die gute Nachricht ist: Ein ETF ist keine starre Versicherung. Wenn man doch mal den falschen erwischt (so wie ich), dann läßt sich das total leicht wieder korrigieren – es gilt sowhl beim Bloggen als auch beim Investieren das Motto „Done is better than perfect“.
Einfach mal machen: Bloggen und Vermögensaufbau braucht Durchhaltevermögen
Erfolg passiert in den wenigsten Fällen über Nacht, und genauso ist es beim Bloggen und auch beim Vermögensaufbau. Es geht darum zu starten und dann durchzuhalten.
Als ich angefangen habe mit dieser Webseite und mit meinem Blog habe ich mir als Ziel vorgenommen, jeden Monat mindestens einen Blogartikel zu veröffentlichen.
War das in den letzten 4 Jahren immer einfach? Nicht unbedingt. Denn als ich meine Webseite online gestellt hatte, war ich gerade ein paar Monate schwanger. Und ich habe Vollzeit in einem Start-Up gearbeitet. Da war mir also alles andere als langweilig.
Trotzdem habe ich es geschafft, in den ersten 7 Monaten meines Blogs 23 Blogartikel zu schreiben. Im Januar 2023 kam mein kleiner Sohn zur Welt und selbst im Elternzeit-Jahr mit Baby habe ich es geschafft, 20 Blogartikel zu veröffentlichen.
Und ganz ehrlich, mir war nicht immer danach, jetzt noch einen Blogartikel zu schreiben, nachdem ich den ganzen Tag mit meinem Baby verbracht habe, unter dem unvermeidlichen Schlafmangel gelitten habe und nur dann Zeit zum Blogartikel schreiben hatte, wenn entweder mein Kleiner geschlafen hat oder mein Mann nach der Arbeit zuhause war und ihn übernehmen konnte.
Aber trotzdem habe ich es durchgezogen, denn ich hatte mir selbst ein Ziel gesteckt.
Und ganz sicher ist nicht jeder der 117 Blogartikel, der in den letzten 4 Jahren online gegangen sind, ein literarisches Meisterwerk. Aber lieber 117 unperfekte, dafür aber veröffentlichte Blogartikel als 117 perfekte Blogartikel die auf ewig in den Entwürfen schlummern und nie das Licht der Welt erblicken.
Denn Blogartikel können nur gelesen und gefunden werden, wenn sie online sind.
Genauso ist es mit dem Vermögensaufbau: Wer schonmal in Elternzeit war, der weiss, dass das finanzielle Einbußen mit sich bringt. Und auch wenn wir viel Second Hand gekauft haben für unseren Kleinen und die Großeltern bei einigen größeren Ausgaben mitgeholfen haben, kostet so ein kleines Würmchen nun mal auch Geld, ob man will oder nicht.
Und seit meiner Elternzeit arbeiten mein Mann und ich beide Teilzeit, was auch finanzielle Einbußen mit sich bringt. Und ehrlich gesagt bringt meine Selbständigkeit aktuell auch noch nicht das ein, was ich vor meiner Schwangerschaft in Vollzeit verdient habe.
Es wäre also ein leichtes gewesen, insbesondere in den letzten drei Jahren seit Geburt unseres Kleinen auch mal einen ET-Sparplan auszusetzen und zu sagen: „Ich habe gerade kein Geld zum Investieren“.
Das kam für uns als Familie aber nie in Frage.
Natürlich haben wir die Höhe unserer monatlichen Sparpläne angepasst, so dass sie zu unserer neuen finanziellen Situation passen. Aber wir haben trotzdem jeden Monat Geld in unser Depot investiert.
Und analog zum Bloggen gilt auch für das Depot: Mein Geld kann nur an der Börse für mich arbeiten, wenn ich es auch an die Börse gebe.

Warum ein (vermeintlich) langweiliges System spannende Renditen liefert
Bis heute habe ich mich mit dem Thema SEO für meinen Blog – also Suchmaschinen-Optimierung – nur rudimentär beschäftigt. Trotzdem gibt es regelmäßige Aufrufe via Google und anderen Suchmaschinen, laut Google allein 277 im Mai 2026:

Meine Blogartikel werden also bei Google gefunden und aufgerufen, und das obwohl ich nie die Zeit (geschweige denn die Lust) hatte, mich in das Thema Suchmaschinen-Optimierung einzuarbeiten. Meine Blog-Mentorin Judith Peters nennt diese Art des Bloggens übrigens dynamisches Bloggen.
Viele Blogger beschäftigen sich mit solchen technischen Details wie SEO zuerst und verlieren darüber dann die Lust zum Bloggen. Und kommen dann nie an den Punkt, zehn oder geschweige denn mehr als 100 Blogartikel zu veröffentlichen.
Beim Vermögensaufbau ist es nicht anders: Man kann es sich natürlich kompliziert machen und sich monatelang in Trading-Strategien einarbeiten. Oder man fokussiert sich auf Einzelaktien und dort dann nur auf Dividenden-Aktien oder die Value-Strategie (hier kannst du nachlesen, warum ich kein Fan von Dividenden-ETFs bin).
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe überhaupt nichts dagegen, das zusätzlich zu machen, wenn man sehr viel Zeit für und Lust an dem Thema Börse hat und das als Hobby betreiben will.
Meiner Meinung nach ist der eigene Vermögensaufbau aber viel schneller in die Praxis umzusetzen, wenn man einfach einen breit gestreuten Aktien-ETF nimmt und in diesen regelmäßig investiert, insbesondere wenn man als berufstätige Frau – und vielleicht Mama – eh schon einen vollgepackten Tag hat.
Wer danach noch Lust und zeitliche Kapazitäten, darf sich wegen mir auch gern einen Satelliten-Baustein für sein Depot nach der Core-Satellite-Strategie zusammenstellen.
Unser Depot ist genauso aufgestellt: ca. 85% des Vermögens sind in Aktien-ETFs als Core-Anteil investiert und bringen uns so garantiert die Rendite des weltweiten Aktien-Marktes, der Rest (also ca. 15%) sind als Satelliten-Anteil in Einzelaktien und ein wenig Bitcoin investiert (hier kannst du einen Blick in mein Depot werfen).
Und Fakt ist auch, dass viele Hobby-Anleger, die in Einzelaktien investieren, eine schlechtere Rendite haben, als solche, die einfach in einen breit gestreuten ETF investieren.
Allein unser Haupt-ETF, der Vanguard FTSE Developed World ETF, der mehr als die Hälfte unseres Depots ausmacht, hat uns in den letzten 7 Jahren durchschnittlich deutlich mehr als 10% Rendite eingebracht – und das jedes Jahr!

Weder Investieren noch Bloggen muss also extrem kompliziert sein. Wer einfach mal startet und dann unterwegs seine Strategie anpasst (so wie ich meine Anlagestrategie auch immer wieder angepasst habe), hat am Ende immer einen Vorteil gegenüber demjenigen, der zwar theoretisch alles perfekt machen würde, aber nie ins Tun kommt.
Blick in die Zukunft
4 Jahre Bloggen, 117 Blogartikel, unzählige Newsletter, die ich seit Juli 2024 regelmäßig verschicke, mehr als 7 Jahre investieren an der Börse – und ich bin noch lange nicht fertig!
Es gibt noch so viele Themen, die ich aus meiner Sicht erklären und beleuchten möchte, da komme ich gar nicht hinterher, die alle zu schreiben, um ehrlich zu sein. Und ich rede jetzt mal nicht von meinen YouTube-Kanal, den ich auch mit Leben und mehr als 2 Videos füllen möchte.

Leider glauben auch heute noch zu viele Frauen, dass Börse total kompliziert ist und man erst ein Finanz-Studium braucht, bevor frau ihre Geldanlagen und Altersvorsorge selbst managen kann.
Ich weiss, dass diese Annahme falsch ist und meine Vision ist es, diesen Irrglauben aufzulösen. Und ich will auch weiterhin zeigen, dass Vermögensaufbau an der Börse auch einfach sein darf.
Denn ich bin wirklich von ganzem Herzen davon überzeugt, dass jede Frau sich ein Vermögen für die eigene Altersvorsorge aufbauen kann – unabhängig vom Kontostand, Vorwissen oder Mathe-Noten.
Und ich weiss, dass meine Kundinnen im Lauf der Zusammenarbeit mit mir genau das verstehen und ins Tun kommen. Sie richten sich ein Depot ein, suchen sich einen oder mehrere ETFs raus, die zu ihrer persönlichen Risikobereitschaft passen und schauen sich mit meiner Unterstützung ihre Rentenversicherungs-Verträge an – und dann treffen sie eine fundierte Entscheidung, was das beste für ihre finanzielle Zukunft und ihre Altersvorsorge ist. Oder sie kämpfen sich durch 17 aktiv gemanagte Fonds, die ihnen ein Finanzberater „empfohlen“ hat mit dem klaren Ziel, ihre Depot-Struktur deutlich zu vereinfachen.
Und genau das ist es, wofür ich weiter kämpfen werden: dass immer mehr Frauen ihr Geld selbstbestimmt und unabhängig von Banken und Versichrungen investieren und sich so eine Altersvorsorge aufbauen, damit sie mit 67 selbst entscheiden können, ob sie nach 67 noch arbeiten wollen oder nicht.
PS: Hier findest du meine anderen Geburtstagartikel (warum auch immer habe ich zum 2. Blog-Geburtstag keinen Artikel geschrieben):
Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Nadine Cabrera – Investment-Mentorin & Gründerin von Coasting to FIRE.
Ich zeige Frauen, wie sie ohne Finanzstudium an der Börse investieren und sich langfristig ein Vermögen für ihre Altersvorsorge mit ETFs aufbauen.
Mein Herz schlägt dabei besonders für einfache ETF-Strategien, die auch in einen vollen Alltag passen.
Mein Ziel: Dein Geld arbeitet – nicht Du.
Du willst mehr wissen? 👉 Über mich-Seite

Lust auf mehr? Dann lies mal das hier ⬇️
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