Zuletzt aktualisiert am 13. Januar 2026 von Nadine von Coasting to FIRE
Ich für meinen Teil glaube nicht an Gott, zumindest nicht im klassischen Sinn.
Ich glaube durchaus an eine höhere Kraft, die irgendwie alles zusammenhält, und nenne es Universum. Aber ich kann mich einfach nicht damit abfinden, alle Verantwortung an einen alten, weißen Mann (?) abzugeben, der mein Leben vorherbestimmt hat. Nein, danke.
Ich bin dafür, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und insbesondere sein finanzielles Schicksal selbst zu steuern. Weil: Am Ende wird es ohnehin niemand für einen übernehmen.
Sicher hilft hier und da ein bisschen Glück und Unterstützung von außen. Aber wenn man sich aus eigener Kraft ein Vermögen aufbauen will oder muss – zum Beispiel, weil man nichts erbt und auch bei der Lotterie immer leer ausgeht – dann hilft hoffen und beten allein ganz sicher nicht.
Und sich darauf zu verlassen, dass sich die deutsche Bundesregierung um die immer größer werdende Rentenlücke kümmert, würde ich auch nicht empfehlen. Denen ist in den vergangenen Jahrzehnten außer noch mehr Versicherungslösungen auch nicht viel zum Thema eingefallen, wenn man mal ehrlich ist.
Daher hier meine 10 Coasting to FIRE-Investment-Gebote, wenn du dich selbst um dein Geld kümmern willst.
Gebot 1: Niemand wird reich vom Warten.
Je später du anfängst zu investieren, desto mehr musst du später aufholen – oder verzichten. Oder andersherum gesagt: Je früher du startest, umso besser.
Denn: Jeder Monat ohne ETF ist ein Monat ohne Zinseszinseffekt.
Beispiel gefällig? Aber gern! Nehmen wir an, du willst mit 65 Jahren einen Betrag von 250.000€ haben als Polster für deinen Ruhestand.
- Wenn du mit 25 Jahren anfängst, reichen dir dafür 101,65€ pro Monat.
- Wenn du mit 35 Jahren startest, benötigst du schon 214,16€ pro Monat.
- Wenn du mit 45 Jahren startest, benötigst du 492,06€ pro Monat.
- Und wenn du erst mit 55 Jahren startest, benötigst du jeden Monat 1.456,38€.

Gebot 2: Börse ist kein Hobby, sondern ein Werkzeug
Dein Geld ist vermutlich nicht dein Hobby, wenn du meinen Blog über entspanntes Investieren mit ETFs liest. Für ETFs musst du kein Nerd sein und erst recht keine Leidenschaft fürs Kurse-Checken haben.
Aber du brauchst das richtige Grundlagenwissen. Du musst es einmal verstehen, danach zahlt sich dein Wissen für Jahrzehnte aus.
Klar kannst du Börse auch zu deinem Hobby machen, wenn dir das Spaß macht. Aber Hobbys kosten meistens Geld. Und du willst ja vermutlich kein Trader werden, sondern entspannt dein Vermögen wachsen lassen. Oder?

Gebot 3: Finanzielle Freiheit beginnt nicht mit Geld – sondern mit Klarheit.
Wer nicht weiß, was er will, kann kein sinnvolles Portfolio aufbauen. Daher gilt bei mir: Strategie vor Sparplan.
Erst überlegen, wo du hinwillst. Also finanziell gesehen. Und was der Weg dorthin ist, der zu dir passt. Und erst dann geht’s in Richtung ETF-Auswahl.
Denn: Dein Ziel entscheidet über deine ETF-Auswahl. Nicht andersherum.

Gebot 4: Komplexität ist kein Zeichen von Intelligenz.
Ein gutes Investment erkennt man daran, dass es einfach klingt. Wenn du es nicht erklären kannst, ist es nichts für dein Depot.
Ich hatte eine Kundin, deren Portfolio – zusammengestellt von einem provisionsgetriebenen Finanzberater – hatte 19 (!) verschiedene Fonds.
Nachdem wir uns die 19 Fonds (natürlich waren alle Fonds auch aktiv gemanagt) zusammen im Detail angeschaut hatten, stellte sich heraus, dass sie die gleichen Fondsarten (wie Aktienfonds oder Anleihefonds) gleich mehrfach im Depot hatte. Das war einfach nur unnötig komplex.
Deswegen gilt: Simpel ist smart – und bringt Rendite.

Gebot 5: Dein Geld verdient mehr als das Sparkonto.
Dein Erspartes ist wie ein Eis in der Sonne – wenn du es nicht investierst, schmilzt es.
Auch wenn es auf deinem Konto anders aussieht, ist dein Geld jeden Tag weniger wert.
Denn: Die Inflation entwertet dein Geld – jeden Tag. Und die Inflation macht keine Pause.
ETFs bauen dein Vermögen auf. Und zwar auch nach Inflation.

Gebot 6: ETF-Investing ist kein Sprint – es ist ein stiller Reichtums-Marathon.
Wer mit Bedacht investiert, kommt nicht nur ans Ziel – sondern bleibt auch entspannt dabei. Langsam. Berechenbar. Die beste Art, sein Geld für sich arbeiten zu lassen.
Und ich weiß, wovon ich rede, ich bin sieben Marathons gelaufen.
An der Börse ist deine beste Freundin die Zeit, denn die lässt den Zinseszinseffekt erst so richtig in Schwung kommen.
Und entspanntes Investieren mit ETFs bringt oft auch mehr Rendite als hektisches Handeln mit Einzelaktien.

Gebot 7: Entspannt investieren ist kein Mythos – es ist eine Methode.
Wer die Regeln kennt, muss nicht täglich Kurse checken.
Invest & Chill statt Zocken & Zittern. Sparplan einrichten, Leben genießen.
Geht aber nur, wenn du breit gestreut in ETFs investierst. Dann kannst du ganz nach der Empfehlung von Börsenlegende André Kostolany (imaginäre) Schlaftabletten nehmen und dein Depot für die nächsten 10/20/30 Jahre sich selbst überlassen.
Und du lebst dann einfach dein Leben, während die Börse von ganz allein dafür sorgt, dass sich dein Geld von selbst vermehrt.

Gebot 8: Der beste ETF ist der, den du verstehst.
Listen, Charts und Rankings sind nett – aber nutzlos, wenn du nicht weißt, warum du investierst.
Klar kannst du dir ein Ranking der besten ETFs ergoogeln und dann einfach in den ETF investieren, der ganz oben auf der Liste steht.
Ich glaube daran, dass du ruhiger schläfst, wenn du weißt, was du dir ausgesucht hast. Und warum du genau diesen ETF genommen hast und nicht einen anderen.
Deswegen predige ich: Verstehe erst, investiere dann – nicht umgekehrt.

Gebot 9: Planlos investieren ist wie blind Autofahren.
Gut, vielleicht ist blind Autofahren schlimmer. Insbesondere, wenn man als Falschfahrer in die Gegenrichtung fährt. Aber du verstehst sicher, was ich meine.
Wie oft sehe ich, dass in Aktien-Gruppen nach Anlageempfehlungen gefragt wird. Die dann auch bereitwillig gegeben werden. Ohne die Hintergründe des Fragenden zu kennen.
Kann man natürlich machen, von wildfremden Leuten in Aktien-Gruppen Anlagetipps im Internet entgegennehmen. Kann aber leicht schiefgehen. Und wird es wahrscheinlich auch.
Denn: Wer keinen Plan hat und sich nicht über sein Investment informiert, fährt im Nebel und im schlimmsten Fall in die komplett falsche Richtung als Falschfahrer. Und dann kannst du eigentlich auch gleich würfeln.

Gebot 10: Du benötigst keine Beratung in der Bank. Du brauchst Selbstvertrauen.
Die meisten Menschen scheitern nicht an der Börse. Sie scheitern, weil sie sich nicht trauen, anzufangen.
Vorwiegend bei Frauen ist dieses Phänomen zu beobachten: Da wird recherchiert und überlegt und recherchiert und nochmal überlegt. Ich meine, ich verstehe das: Meine To-do-Liste ist auch unendlich lang.
Und ja, es gibt sicher spannendere Themen, als sich mit seinen Finanzen und seiner Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Und dann gibt es da diese ganzen Informationen, die sich dann mitunter auch noch widersprechen.
Aber es erledigt sich eben auch nicht von selbst. Und je eher man sich damit befasst, desto besser. Siehe mein 1. Gebot.

Und wer allein nicht weiterkommt, der darf sich gern vertrauensvoll an mich wenden… 😉
Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Nadine Cabrera – Investment-Mentorin für entspannte ETF-Strategien & Gründerin von Coasting to FIRE
Ich zeige Frauen, wie sie ohne Finanzkauderwelsch an der Börse loslegen und sich langfristig ein Vermögen mit ETFs aufbauen. Mein Herz schlägt dabei besonders für einfache ETF-Strategien, ganz ohne permanentes Checken von Börsenkursen.
Seit über 7 Jahren investiere ich selbst an der Börse, bin ausgebildete Bankkauffrau und habe mehr als 120 Frauen dabei begleitet, ihre Angst vor der Börse zu verlieren und selbstbewusst für ihre finanzielle Zukunft vorzusorgen. Mein Ziel: Dein Geld arbeitet – nicht Du.
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