Anleitung: In 10 Schritten zur Finanziellen Freiheit

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Surfer an einem Strand

Du hast vom Konzept der Finanziellen Freiheit gehört und bist fasziniert, weißt aber nicht, wie Du am besten startest? Du hast noch keinen Überblick über Deine Finanzen, möchtest das aber endlich angehen? Du möchtest mit dem Investieren starten und weißt nicht wie? Dieser Artikel gibt Dir einen Überblick über die notwendigen Schritte.

Schritt 1: Was kommt rein jeden Monat? Beginne damit, Dir einen Überblick über Deine Einnahmen zu verschaffen

Zunächst geht es an die Bestandsaufnahme Deiner Finanzen. Wieviel Geld kommt monatlich rein, also z.B. Dein Gehalt oder vielleicht hast Du auch noch andere Einnahmen, zum Beispiel durch einen Nebenjob? Oder vielleicht hast Du sogar eine vermietete Wohnung erhälst eine monatliche Miete?

Denke dabei auch an Einnahmen, die nicht regelmäßig monatlich eingehen, also vielleicht ein jährlicher Bonus oder Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Oder vielleicht Geldgeschenke zu Geburtstagen oder sonstige Einmaleinnahmen, die über das Jahr verteilt einmalig anfallen. Liste alle Einnahmen in einer Übersicht auf.

Schritt 2: Wie hoch sind Deine monatlichen Ausgaben? Verschaffe Dir einen Überblick, was wieder rausgeht aus Deinem Portemonnaie

Nachdem Du weisst, über wieviel Einkommen Du verfügst, geht es daran, Deine Ausgaben zu analysieren. Dieser Schritt ist deswegen besonders wichtig, weil sich Deine FIRE-Zahl an Deinen jährlichen Ausgaben orientiert.

Falls Du es ohnehin nicht schon machst, kann ich Dir nur wärmstens empfehlen, für ein paar Monate (gern aber auch für ein ganzes Jahr) akribisch ein Haushaltsbuch zu führen. So entgeht Dir wirklich nichts, auch nicht die „kleinen Ausgaben zwischendurch“ beim Bäcker, im Coffeeshop oder ähnliche Kleinbeträge.

Bitte denke auch an Versicherungsbeiträge oder andere Ausgaben wie z.B. GEZ oder Grundsteuern, die nur jährlich oder viertel- bzw. halbjährlich abgebucht werden. Auch diese sollten in der Analyse der Ausgaben enthalten sein, damit Du einen realistischen Überblick bekommst, wieviel von deinen Einnahmen Du wieder ausgibst und welcher Betrag potentiell zum Sparen und Investieren übrig bleibt.

Ich selbst benutze für das Tracken meiner Ein- und Ausgaben eine selbst gebastelte Google-Sheets-Tabelle. So habe ich mein Haushaltsbuch immer auf dem Handy dabei und dank Offline-Modus kann ich notfalls auch ohne Internetverbindung meine Ein- und Ausgaben eintragen. Es gibt aber auch Apps, die sich mitunter sogar eigenständig mit dem Girokonto synchronisieren, wenn man es entsprechend eingerichtet hat.

Taschenrechner
Die Ein-und Ausgaben zu ermitteln und einen Überblick über seine bestehenden Kredite und Vermögenswerte zu bekommen, ist existentiell auf dem Weg zur Finanziellen Freiheit.

Schritt 3: Was ist an Vermögenswerten da?

Deine Einnahmen und Ausgaben kennst Du jetzt, der nächste Schritt ist die Analyse von Deinem vorhandenem Vermögen.

Falls Du Versicherungen hast, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine einmalige Auszahlung leisten, schau Dir auch die ganz genau an. Hier sollte sich irgendwo in den Unterlagen der aktuelle Rückkaufswert für diese Versicherung finden. Ich für meinen Teil trage diesen Wert auch in meine persönliche Vermögensübersicht ein, auch wenn ich nicht vorhabe, die Versicherung aufzulösen.

Gibt es vielleicht Vermögen, das Du bereits auf Konten aller Art angespart hast? Bereits gefüllte Depots, Sparkonten, Bausparverträge etc.? Schreibe alle Beträge in Deine Übersicht.

Hast Du vielleicht Wohneigentum? Dann ermittle den aktuellen Verkaufswert, um einen ersten Eindruck zu bekommen, was Du bekommen würdest, wenn Du Dein Eigentum verkaufen würdest. Solange Du nicht vorhast, die Wohnung zu verkaufen, ist das ein eher theoretischer Wert und auch nicht relevant für deine spätere FIRE-Zahl, aber ich finde es trotzdem hilfreich, seine Optionen zu kennen.

Ein Auto ist in dem Fall sehr wahrscheinlich kein Vermögenswert, da es in der Regel mit zunehmendem Alter eher an Wert verliert als dass sein Vermögenswert steigt. Solltest Du jedoch eine Schwäche für wertvolle Oldtimer haben, könnte das doch ein Vermögenswert sein, wenn das Auto gut gepflegt ist. Soweit ich weiss, kann es beim richtigen Modell sogar sein, dass der Wert mit zunehmendem Alter steigt anstatt zu fallen.

Ansonsten kann auch alles andere Wertvolle, was Du besitzt, in die Aufstellung genommen werden. Wichtig ist, sich ein realistisches Bild vom Wiederverkaufswert zu machen. So werden Schmuckstücke von professionellen Händlern zum Beispiel oft nur zum aktuellen Goldpreis zurückgekauft, der Wert der eigentlichen Arbeit für das Schmuckstück wird nicht berücksichtigt. Ähnlich ist es vermutlich mit Briefmarken, Münzensammlungen oder ähnlichem: Man muss sich genau damit beschäftigen, was man auf dem freien Markt dafür erzielen würde, um es der Vermögensübersicht hinzuzufügen.

In meiner persönlichen Vermögensübersicht sind tatsächlich „nur“ die Guthaben meiner Konten und Depots, ein sehr konservativ angesetzter Verkaufspreis meiner selbstgenutzen Eigentumswohnung und ein Rückkaufswert von einer Versicherung enthalten.

Schritt 4: Welche Schulden hast Du?

Nun geht es an Kredite und Schulden. Teilweise hast du Zahlungen hierfür ggf. schon in der Analyse Deiner monatlichen Ausgaben gefunden. In diesem Teil geht es aber um die Restschuld oder Restkreditsumme. Oder mit anderen Worten: wieviel Geld schuldest Du der Bank noch?

Falls es mehrere Kredite sind, erstelle Dir eine Übersicht mit den Kreditzahlungen, der noch offenen Restsumme des jeweiligen Kredits und bis wann der Kredit abbezahlt sein wird. Prüfe auch, ob Sonderzahlungen möglich sind und erfasse das in Deiner Übersicht.

Zu den Schulden kann auch ein Dispokredit auf Deinem Girokonto zählen, bei dem du keine monatlichen Zahlungen auf Deinem Konto finden wirst. Früher oder später musst Du den Dispobetrag Deiner Bank aber natürlich trotzdem zurückzahlen, daher sollte er in der Auflistung Deiner Schulden nicht fehlen.

Bitte prüfe in dem Zusammenhang auch, ob es sich um Konsumschulden oder andere Schulden handelt, denen ein echter Vermögenswert gegenüber steht, wie zum Beispiel bei einem Immobilienkredit.

Mir geht es bei der Erfassung der Schulden darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Schulden aktuell vorhanden sind und woher sie kommen. Im Fall von Konsumschulden oder auch „schlechten“ Schulden dürfte das sein, weil vorher nicht für gewisse Anschaffungen gespart wurde oder weil im Falle eines Dispokredites mehr Ausgaben als Einnahmen vorhanden sind.

Exkurs: Konsumschulden und Immobilienkredite

Konsumschulden sind zum Beispiel Kredite für ein neues Smartphone, die neue Wasch- oder Espressomaschine und auch ein Auto. Also eher kleine Beträge für Gegenstände, die in der Regel an Wert verlieren und am Ender der Nutzungszeit in der Regel kein oder nur ein kleiner Gegenwert übrig bleibt.

Es gibt verschiedene Auffassungen darüber, wie Immobilienkredite behandelt werden. Klassischerweise müßte man hier die Kreditart danach unterscheiden, wie die Immobilie genutzt wird: Der Kredit für eine selbstgenutzte Immobilie müßte dann ganz streng genommen zu den Konsumschulden zählen und ein Kredit für eine vermietete Immobilie, würde zu den „guten“ Schulden zählen, weil die vermietete Wohnung auch Einnahmen generiert. Ich persönlich sehe das nicht ganz so streng, da wohl die wenigsten in der Lage sein werden, eine Immobilie komplett aus dem Ersparten zu bezahlen.

Schritt 5: Ermittle Dein Nettovermögen

Dein Nettovermögen ermittelst Du, indem Du von Deine Schulden aus Schritt 4 von Deinen Vermögenswerten aus Schritt 3 abziehst.

Ermittle Dein Nettovermögen zum heutigen Zeitpunkt, aber auch zu dem Zeitpunkt, zu dem Du die Finanzielle Freiheit erreicht haben willst. Vielleicht weißt Du heute schon, dass irgendwann die Auszahlung einer Lebensversicherung fällig wird oder erwartest eine Erbschaft? Dann vermerke das in Deiner Übersicht.

Schritt 6: Konsumschulden oder Dispokredit gefunden? Dann schnellstens abbezahlen!

Konsumkredite und Dispokredite sind in der Regel mit einem hohen Zinssatz versehen. Es ist kontraproduktiv, Vermögen aufbauen zu wollen, aber zeitgleich hohe Zinsen an die Bank zu bezahlen, insbesondere wenn es sich um Konsumschulden handelt.

Daher ist ein wichtiger Schritt, so schnell wie möglich Deinen Dispokredit zurückzuzahlen und auch eventuelle Konsumkredite. Falls möglich, leiste Sonderzahlungen bei bestehenden Krediten, um schneller konsumschuldenfrei zu sein.

Schritt 7: Wie investiere ich am besten? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Deine persönliche Finanzbildung anzugehen

Um die finanzielle Freiheit zu erlangen, wird das Ansparen von Geld auf einem Giro- oder Festgeldkonto nicht ausreichen, insbesondere nicht bei dem aktuellen Zinsniveau. Und dann haben wir die Geldentwertung durch die Inflation noch gar nicht berücksichtigt. Über kurz oder lang wirst Du Dich demnach mit der Geldanlage an der Börse beschäftigen dürfen.

Auch wenn Dir der Gedanke ggf. etwas Angst macht: wenn man sich erstmal richtig informiert, merkt man recht schnell, dass man auf lange Sicht (und mit „langer Sicht“ meine ich auf Sicht von mindestens 10 Jahren) sehr gute Chancen hat, mit der Anlage in Aktien an der Börse Geld zu verdienen und sein Geld zu vermehren.

Eine Frau sitzt auf einem Steg am Wasser und liest.
Es gibt viele gute Bücher zu den Themen Finanzen, Investieren und Finanzielle Freiheit, auch das Internet hält zahlreiche gute und kostenfreie Inhalte zum Thema bereit.

Heutzutage muss man nicht mal selbst in Einzelaktien investieren, um Erfolg an der Börse zu haben. Im Grunde reicht ein einziger ETF (= Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds), um an dem Fortschritt der Weltwirtschaft und der im ETF enthaltenen Unternehmen teilzuhaben.

Jede Anlageform hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und am Ende kann nur jeder für sich entscheiden, welcher Mix für ihn oder sie passt. Wichtig ist, bei jeder Anlageform das Zusammenspiel aus Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit im Auge zu behalten, auch „Magisches Dreieck der Geldanlage“ genannt.

Es gibt keine Anlageform, bei der man alle drei Aspekte vereinen kann. Die Anlage auf einem Tagesgeldkonto ist zum Beispiel in der Regel sehr sicher und das Geld ist schnell verfügbar, dafür ist die Rendite in der Regel eher gering. Im Gegensatz dazu hätte man bei einem Festgeldkonto eine etwas höhere Rendite als bei einem Tagesgeld bei gleicher Sicherheit, aber bei einem Festgeld legt man sein Geld für einen bestimmten Zeitraum fest an, z.B. für 1 oder 2 Jahre. Das Geld wäre also in dieser Zeit nicht verfügbar.

Bei einer Anlage an der Börse dagegen könnten die Renditeaussichten höher sein als bei Tages- oder Festgeld. Es gibt durchaus Aktien, die sich im Lauf von ein paar Jahren im Wert verhundertfacht haben. Die höhere Rendite kommt allerdings nur zum Preis von weniger Sicherheit, denn im Grunde kann der Wert einer Aktie auf Null fallen und es droht (zumindest theoretisch) ein Totalverlust des eingesetzten Geldes. Und auch wenn es nicht zum Totalverlust kommen muss, unterliegt der Preis von Aktien und ETF in jedem Fall täglichen Schwankungen. Bei der Verfügbarkeit gibt es zu beachten, dass Aktien oder ETF zwar täglich verkauft werden können, genau das sollte man in Phasen von Marktabschwüngen aber idealerweise vermeiden. Daher hast du ggf. in der Praxis eine eingeschränkte Verfügbarkeit des an der Börse investieten Geldes.

Ich würde dringend von spekualtiven Produkten wie Hebelprodukte, Optionen, Fremdwährungsspekulationen, Pennystocks oder ähnliches abraten. Je nach Anlageform gibt es hier das Risiko, mehr als das eingesetzte Kapital zu verlieren. Auch wenn andere (vermeintlich) gutes Geld damit verdient haben, ist es fraglich, ob sie auch wirklich alle Verluste öffentlich gemacht haben. Oft verschwinden solche Kanäle dann plötzlich auch ganz schnell wieder, also sei bitte auf der Hut, wenn jemand Dir schnellen Reichtum und tolle Renditen verspricht.

Schritt 8: Du hast ein gutes Grundwissen zum Thema Geldanlage? Dann geht es jetzt los mit dem Investieren und Vermögensaufbau

Nachdem die theoretischen Grundlagen geschaffen sind, geht es an die Umsetzung. Hierunter fallen zum Beispiel die Recherche nach geeigneten Banken oder Brokern, wo Du Deine Konten oder Depots führen möchtest. Dann geht es an die Eröffnung der Konten. Ich persönlich bevorzuge Onlinebanken und -broker, bei denen man heutzutage auch die Kontoeröffnung von zuhause aus durchführen kann. Wer Wert auf persönlichen Kontakt legt, sollte sich eine klassische Filialbank suchen, wird dann in der Regel aber auch mit teureren Gebühren Vorlieb nehmen müssen.

Du solltest in diesem Schritt auch direkt an die Einrichtung von Freistellungsaufträgen denken, so dass Du möglichst lange keine Steuern auf Deine Erträge zahlen musst. Du kannst Dir zuviel gezahlte Kapitalertragssteuern zwar später über die Steuererklärung wieder erstatten lassen, aber besser und einfacher ist es doch, sie gar nicht erst zahlen zu müssen.

Ich rate dazu, das Ansparen zu automatisieren, indem Du Daueraufträge oder Sparpläne einrichtest, die immer zu einem festen Termin ausgeführt werden. Am einfachsten ist es, wenn dieser Termin mit der Zahlung Deines Gehalts zusammenfällt. So kommst Du gar nicht erst in Versuchung, das Geld anderweitig auszugeben.

Bitte denke in diesem Schritt auch daran, Dir zu überlegen, wie hoch Dein risikoloser Anteil an deinem Gesamtvermögen sein soll, Dazu zählen alle Anlageformen, die keinen Schwankungen unterliegen, wie ein Tages- oder Festgeld. Je größer dieser risikolose Anteil ist, desto niedriger ist der risikbehaftete Anteil (wie zum Beispiel die Anlage in einem ETF oder in Einzelaktien). Die Zusammensetzung aller verschiedenen Anlageformen ist dann Deine sog. Asset Allocation.

Ein Wecker symbolisiert die Zeit, die man für das Investieren benötigt. Die Münzstapel wachsen langsam, aber sicher und symbolisieren den Zinseszinseffekt.
Erfolgreiches Investieren braucht Zeit, in der Regel Jahrzehnte.

Ich für meinen Teil habe aktuell nur einen Notgroschen, also sofort verfügbares Geld auf einem Tagesgeldkonto für unvorhergesehene Ausgaben und Notfälle. Alles, was an Geld zum Investieren vorhanden ist, investiere ich monatlich an der Börse in verschiedene ETF und Einzelaktien mit einem klaren Schwerpunkt auf breit gestreute ETF.

Schritt 9: Ermittle Deine FIRE-Zahl und investiere solange, bis Du sie erreicht hast

Um Deine FIRE-Zahl zu errechen, brauchst du Deine regelmäßigen Ausgaben aus Schritt 2. Um eine realistische FIRE-Zahl zu errechnen, solltest Du Deine Ausgaben erneut durchsehen und insbesondere solche Ausgaben herausrechnen, die später nicht mehr anfallen. Das könnten zum Beispiel Pendelkosten zu Deinem Arbeitsplatz sein, wenn Du die volle Finanzielle Freiheit anstrebst. Es kann auch sein, dass Du später höhere Ausgaben z.B. für das Thema Gesundheit haben wirst als heute. Falls Du die volle finanzielle Freiheit vor dem gesetzlichen Rentenbeginn anstrebst, solltest Du Dir auch Gedanken dazu machen, wie Du das Thema Krankenversicherung abdecken wirst und diese Kosten in Deine Ausgaben mit einberechnen.

Ich würde hier auch dazu raten, die Inflation nicht aus dem Auge zu verlieren und einen Puffer einzubauen, da die Preise in 10 oder 20 Jahren vermutlich höher sein werden als heute. Auch das Thema Steuern (Einkommenssteuer, Kapitalertragsssteuer usw.) muss bei der Berechnung einer realistischen FIRE-Summe berücksichtigt werden.

Wenn Du die volle Finanzielle Freiheit anstrebst, dann wirst Du in der Regel das 25-fache Deiner Jahresausgaben als Ansparbetrag benötigen. Bitte denke auch an andere Einkommen, die Du in der Zukunft haben wirst. Zum Beispiel weil irgendwann Deine gesetzliche Rente einsetzt oder eine private Rentenversicherung Zahlungen an Dich leisten wird. Diese Beträge reduzieren den Betrag, den Du zum Erreichen Deiner Finanziellen Freiheit ansparen musst.

In jedem Fall reden wir hier von einem Vorhaben über mehrere Jahre, bis zu Deine FIRE-Zahl erreichst. Wenn Du so wie ich Coast FIRE anstrebst (also die teilweise Finanzielle Freiheit), dann brauchst Du zwar weniger Zeit als für die volle Finanzielle Freiheit, aber es wird trotzdem ein Projekt über mehrere Jahre sein.

Die Anspardauer wird deutlich von Deiner Sparquote beeinflusst, also wieviel Prozent von Deinen monatlichen Ausgaben Du für Deine Finanzielle Freiheit ansparen kannst. Als Regel gilt: Je höher die Sparquote und je kleiner die monatlichen Ausgaben, desto schneller erreichst Du Dein Ziel und bist finanziell frei.

Du hast also in jedem Fall einen Marathon vor Dir, keinen Sprint. Es wird vielleicht Rückschläge geben, Deine Einkommens- oder Ausgabensituation können sich ändern. Zum Beispiel weil Du heiratest und Kinder bekommst. Oder es kann auch sein, dass Du vielleicht aus gesundheitlichen Gründen Deinen bisherigen Job nicht mehr ausüben kannst oder willst.

Wichtig ist es, am Ball zu bleiben und Deine Übersichten aus den Schritten 2-4 immer wieder an die aktuelle Situation anzupassen. Ich persönlich werde meine persönliche FIRE-Zahl und den noch fehlenden Restbetrag mindestens einmal pro Jahr ermitteln und aktualisieren.

Schritt 10: FIRE-Zahl erreicht? Jetzt darfst Du Deine Finanzielle Freiheit genießen

Es ist soweit: Du hast Deine FIRE-Zahl erreicht, herzlichen Glückwunsch! Je nachdem, ob Du damit die volle oder die teilweise Finanzielle Freiheit erreicht hast, kannst du nun ganz aufhören zu arbeiten oder brauchst nur noch in Teilzeit arbeiten.

Eine Frau steht am Meer und genießt die Wellen und die Freiheit.
Ob Coast FIRE oder die volle Finanzielle Unabhängigkeit: jetzt geht es an´s Genießen.

Viele FIRE-Blogger kündigen bei Erreichen der Finanziellen Freiheit zwar ihren bisherigen Job, verfolgen aber weiterhin eigene Projekte. Oder nutzen die Zeit, um zu reisen und andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Egal was Deine Vorstellung davon ist, finanziell frei zu sein, es hilft vermutlich, sich schon frühzeitig zu überlegen, was Du mit Deiner freien Zeit anfangen wirst, wenn es endlich so weit ist.

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