Am 5. März 2019 wurde unser erster Sparplan auf den Vanguard FTSE Developed World ETF ausgeführt, ein breit gestreuter ETF und zu großen Teilen vergleichbar mit einem MSCI World ETF.
Dieser ETF macht aktuell mehr als die Hälfte unseres Depots aus und ist daher feste Basis unser Core-Satellite-Strategie, bei der ETFs die Basis (den Core) bilden und Einzelaktien und Bitcoin die Satelliten.
Wir haben den Vanguard ETF in der ausschüttenden Variante, der exakte ETF-Name ist: Vanguard FTSE Developed World UCITS ETF Distributing, die Wertpapierkennnummer ist A12CX1.
Seit 2 Jahren dokumentiere ich hier auf diesem Blog unsere persönliche Rendite von diesem ETF (das Depot dient der Altersvorsorge für meinen Mann und mich) – hier findest du den Artikel aus 2024 = 5 Jahre und 2025 = 6 Jahre.

Was ist der Vanguard FTSE Developed World ETF?
Dieser ETF ist ein Aktien-ETF herausgegeben von der Fondsgesellschaft Vanguard, der den FTSE Developed World Index abdeckt. Das heißt, dieser ETF investiert in mittelgroße und große börsennotierte Unternehmen in den Industrieländern (developed world bedeutet übersetzt entwickelte Welt).
Mit jährlichen Kosten (= TER) von 0,12% ist er relativ günstig und mit einem ETF-Volumen von mehr als 3,5 Milliarden Euro ein sehr großer ETF, der fast 2.000 verschiedene Unternehmen enthält (2024: 2.133 Unternehmen, 2025: 2.032 Unternehmen).

Wie in allen weltweit investierenden ETF ist aktuell die USA das am stärksten gewichtete Land, was einfach daran liegt, dass für die Länder-Gewichtung immer der Hauptsitz des jeweiligen Unternehmens zählt. Aktuell liegt der USA-Anteil bei 65,49% (war bei 68,6% in 2024 und 66,09% im 2025).

Der hohe USA-Anteil in den Welt-ETFs wird oft kritisiert und auch von meinen Kundinnen höre ich immer wieder diese Bedenken. Ich persönlich sehe das eher entspannt, schließlich zählt für die Länder-Zuordnung, wo der Hauptsitz des Unternehmens ist. Das sagt aber rein gar nichts darüber aus, wo das Unternehmen seine Umsätze erzielt, und das ist aus meiner Sicht viel wichtiger.
Denn: Viele Unternehmen erwirtschaften ihre Umsätze nicht nur in dem Land, in dem sie ihren Hauptsitz haben, sondern weltweit.
Das sind die 10 größen Positionen im Vanguard FTSE Developed World ETF:

Interessant ist, dass sich die Top 3 in den letzen zwei Jahren nur in der Reihenfolge geändert haben – in den Top 3 waren immer Apple, Microsoft und Nvidia:
- 2024 war Microsoft die größte Position, dann Apple auf Platz 2 und Nvidia auf Platz 3
- 2025 war Apple die größte Position, dann Nvidia auf Platz 2, Microsoft auf Platz 3
- 2026 hat sich Nvidia auf Platz 1 geschoben, gefolgt von Apple und Microsoft
Seit 2024 haben Berkshire Hathaway (das Konglomerat von Börsen-Legende Warren Buffett und Charlie Munger) und Pharmakonzern Eli Lilly die Top 10 des Vanguard Developed World ETF verlassen und die international agierende Bank JP Morgen Chase ist seit letztem Jahr in den Top 10 dabei.
Warum gerade ein Vanguard ETF?
Im Jahr 2019, als ich mich für diesen ETF entschieden habe, war der Vanguard Developed World ETF mit einer TER (= jährliche Kosten) von 0,12% einer der günstigsten ETFs am Markt. Heute sieht das anders aus, viele Anbieter mussten nachziehen und haben ihre jährlichen Kosten gesenkt.
Außerdem bin ich im Rahmen meiner Recherchen auf diesen Blogartikel von Bloggerkollege Nico von Finanzglück gestoßen und fand es spannend, mein Geld einer Fondsgesellschaft anzuvertrauen, die eben keine börsennotierte Aktiengesellschaft ist (wie zum Beispiel iShares, die zu Blackrock gehört), sondern in den USA – dem Sitz von Vanguard – als Genossenschaft organisiert ist.
Eine Genossenschaft ist explizit dem finanziellen Wohl ihrer Genossenschaftsmitglieder verpflichtet, eine Aktiengesellschaft ihren Aktien-Besitzern…
Vorher hatte ich einen ETF von iShares, konkret den iShares Core MSCI World (Wertpapier-Kennnummer: A0RPWH). Dieser kostet bis heute 0,2% TER, ist also auch heute noch teurer als der Vanguard Developed World ETF.
Und ich sehe einfach nicht ein, mehr Geld für die Verwaltung meiner ETFs zu zahlen als unbedingt nötig. Und Vanguard zeigt ja, dass es auch für 0,12% jährliche Kosten geht.
Ein weiterer Aspekt ist, dass der iShares-ETF „nur“ 1.300 Unternehmen enthält, der Vanguard ETF knapp 2.000, also 700 Unternehmen mehr. Was u.a. damit zusammenhängt, dass iShares und Vanguard mit unterschiedlichen Index-Anbietern zusammenarbeiten – nämlich MSCI vs. FTSE.

Unsere Rendite nach 7 Jahren
Wir haben den Vanguard FTSE Developed World ETF nicht komplett durchgängig jeden Monat via Sparplan bespart, aber seit Dezember 2021, also jetzt seit mehr als 5 Jahren, investieren wir jeden Monat via Sparplan in diesen ETF.
Deswegen ist er auch der größte Depot-Bestandteil mit aktuell mehr als 58%.

Und hier nun die Rendite, die uns unser Haupt-ETF in den letzten 7 Jahren eingebracht hat:

Nicht schlecht, mehr als 13% persönliche Rendite, und das pro Jahr!
Diese höhere persönliche Rendite kommt dadurch zustande, dass wir seit Jahren wirklich jeden Monat in diesen ETF investieren und so natürlich auch zu jedem Preis einkaufen.
Wenn man bedenkt, dass die langfristige historische Rendite eines Welt-ETFs bei 6-8% pro Jahr liegt, ist das doch eine sehr erfreuliche Zahl!

Genau deswegen liebe ich passive ETFs: sie bringen eine unglaubliche Rendite und das ohne großen Aufwand. Denn: ich bin automatisch in die Weltwirtschaft investiert und kann davon profitieren, dass Apple, Microsoft, Tesla & Co ihre Produkte verkaufen und damit Geld verdienen.
Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Nadine Cabrera – Investment-Mentorin & Gründerin von Coasting to FIRE.
Ich zeige Frauen, wie sie ohne Finanzstudium an der Börse investieren und sich langfristig ein Vermögen für ihre Altersvorsorge mit ETFs aufbauen.
Mein Herz schlägt dabei besonders für einfache ETF-Strategien, die auch in einen vollen Alltag passen.
Mein Ziel: Dein Geld arbeitet – nicht Du.
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Lust auf mehr? Dann lies mal das hier ⬇️
- 7 Jahre Vanguard FTSE Developed World ETF: Das war meine Rendite
- Meine 10 Investment-Gebote
- Mein erster ETF: So habe ich den Schritt an die Börse gewagt
- 6 Jahre Vanguard Developed World ETF: Das war meine Rendite
- Was sind Dividenden-ETFs und warum ich sie meide
- Meine Invest & Chill-Methode: So kannst du nachts ruhig schlafen, auch wenn dein ETF 30% verliert
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Hallo Nadine,
starke Leistung – sowohl im Depot als auch im Denken. Zwischen den Zeilen liest man, dass du nicht nur investierst, sondern verstehst.
Zur US-Gewichtung: Der Kapitalmarkt in den USA ist deshalb so groß, weil man ihn lässt. Europa und China dagegen schränken ihn ein – mal aus übertriebenem Regulierungsdrang, mal aus schlichter Planwirtschaft.
Die Dominanz der USA im ETF ist daher Ausdruck einer mentalen Haltung – der Lust am Kapitalmarkt. Und zwar in beide Richtungen: von den Unternehmen wie von den Anlegern.
In Amerika zieht es fast jedes Unternehmen früher oder später an die Börse. Walmart, Home Depot, Mondelez – alles börsennotiert. In Deutschland dagegen? Aldi, Obi, Haribo – alles fest in privater Hand.
Die hohe US-Gewichtung ist also kein Konstrukt, sondern ein Spiegel der Realität. Und wer versucht, die Realität zu „korrigieren“, betreibt nur blinden Aktionismus. Deine gelassene Haltung ist daher die richtige – wer das Spiel verstanden hat, muss nichts mehr erzwingen.
Viele Grüße
Sebastian
Danke, lieber Sebastian für deinen interessanten Kommentar!
Was man auch nicht vergessen darf: die meisten Aktien-ETFs gewichten nach Marktkapitalisierung und wenn man sich Deutschland anschaut, machen die deutschen Unternehmen aktuell nur etwas über 2% an der Gewichtung nach Marktkapitalisierung aus…ist ja auch eine Aussage.
Und klar, neben der (manchmal destruktiven) Regulierungswut der EU kommt dann noch dazu, dass die Börsenkultur in Deutschland immernoch nicht sehr ausgeprägt ist, da gibt es für uns Finanzblogger:innen noch viel Aufklärarbeit zu tun 😉
Herzliche Grüße,
Nadine