Was ist passives Einkommen und wie du es mit ETFs erreichst

Veröffentlicht am Kategorisiert als ETF und Börse, Finanzielle Freiheit & Coast FIRE
Was ist passives Einkommen und wie du es mit ETF erreichst

Zuletzt aktualisiert am 28. September 2026 von Nadine von Coasting to FIRE

Passives Einkommen, also Geld verdienen, ohne dass man dafür arbeiten muss. Wenn man Social Media glauben darf, ist passives Einkommen ganz einfach und funktioniert selbstverständlich auch ganz leicht und über Nacht.

Die Realität sieht anders aus. Denn: Wer sein Geld verdienen will, ohne dafür zu arbeiten, muss dafür in der Regel erst eine ganze Menge tun, um am Strand Cocktails schlürfen zu können, während das Geld im Hintergrund „einfach so“ aufs Konto fließt.

Eine Ausnahme davon, wirlich echtes Einkommen zu generieren, ohne vorher dafür gearbeitet zu haben, sind Dividenden – also die Gewinnbeteiliung, die börsennotierte Unternehmen an diejenigen ausschütten, die ihre Aktien im Depot haben.

Und da es hier auf meinem Blog hauptsächlich um den Vermögensaufbau mit breit gestreuten ETF geht, erfährst du in diesem Artikel alles zum passvien Einkommen mit Aktien-ETF.

Übrigens bin ich kein Fan von Dividenden-ETFs, hier kannst du meine Beweggründe nachlesen.

Passives Einkommen mit Dividenden-Ausschüttungen aus ETF aufbauen

Dieser Blogartikel erläutert das Konzept des passiven Einkommens und konzentriert sich dabei primär auf passives Einkommen mit ETFs.

Die Autorin räumt mit dem Vorurteil auf, dass passives Geldverdienen ohne vorherigen Aufwand möglich sei, und vergleicht Aktieninvestments mit anderen Modellen wie Immobilien oder Affiliate-Marketing. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Artikel auf Dividendenausschüttungen, die eine der wenigen Möglichkeiten sind, echtes Einkommen ohne laufende Arbeitsleistung zu generieren.

Durch praktische Beispiele aus dem eigenen Depot veranschaulicht Investment-Mentorin Nadine Cabrera, wie regelmäßiges Investieren zu automatischen Ausschüttungen führt. Der Artikel dient somit als Leitfaden für Frauen, die ihre Altersvorsorge durch eine langfristige und unkomplizierte Börsenstrategie eigenständig gestalten möchten.

Was ist passives Einkommen?

Die meisten von uns müssen für ihr Einkommen arbeiten, und zwar aktiv. Sie gehen jeden Tag zur Arbeit und am Monatsende überweist der Chef das Gehalt aufs Konto – ohne Arbeit kein Geld.

Passiv ist dein Einkommen also, wenn du dafür nicht jeden Tag arbeiten gehen musst. Du kannst also am Strand chillen (oder was auch immer du gern den lieben langen Tag gern machen möchtest), während du dir keine Sorgen darum machen musst, wie du morgen deine Rechnungen bezahlst.

Weil: das Geld kommt auch ohne Arbeit auf dein Konto – passiv.

Welche Möglichkeiten gibt es, passives Einkommen zu generieren?

Wenn man passives Einkommen googelt, dann findet man unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Immobilien kaufen und vermieten
  • Affiliate-Marketing
  • Digitale Produkte verkaufen wie E-Books o.ä.
  • Einen YouTube-Kanal starten und monetarisieren (also Werbung einblenden lassen und dafür bezahlt werden)

Aber schauen wir uns mal an, wie passiv diese Möglichkeiten wirklich sind:

  • Immobilien kaufen und vermieten: Erstmal musst du die Immobilie finden, dann brauchst du vermutlich einen sechsstelligen Kredit, um die Immobilie zu kaufen. Dann brauchst du einen Mieter und wenn du den hast, musst du dich um Nebenkostenabrechnungen und Reparaturenkümmern. Sicherlich ist man mit Nebenkostenabrechnungen und Reparaturen nicht täglich beschäftigt, aber es ist eben doch Aufwand – also nicht passiv. Wenn man den Aufwand nicht selber haben möchte, kann man das natürlich auch an eine externe Hausverwaltung auslagern, aber das mindert dann die Rendite der Immobilie und somit das (vermeintlich) passive Einkommen.
  • Affiliate-Marketing: Bei Affiliate-Marketing bewirbst du Produkte von anderen und wenn jemand über dich dieses Produkt kauft, bekommst du eine Provision. Klingt super und ist im späteren Verlauf dann auch passiv, aber du brauchst natürlich erstmal eine bestimmte Reichweite, damit überhaupt jemand auf deine Affiliate-Links aufmerksam wird, dann daraug klicken und dir dann eine Provision verschaffen kann, in dem er kauft. Und nicht zu vergessen: je nach Produkt sind Affiliate-Provisionen mitunter im Cent-Bereich, es dauert also etwas, bis sich das ernsthaft für dich lohnt.
  • Digitale Produkte verkaufen: Auch hier braucht es eine gewisse Reichweite, damit jemand deine digitalen Produkte überhaupt erstmal sieht und kaufen kann. Mitunter kannst du dir mit Plattformen wie Amazon, Etsy & Co behelfen, um deine Produkte zu verkaufen. Aber wer stellt die Produkte auf die Plattformen ein und wie vermarktest du de Produkte so, dass sie auch auf der Plattform gefunden werden (Stichwort: SEO) – bedeutet also auch hier wieder erst Arbeit, bevor man dann später passiv Geld verdient.
  • Einen YouTube-Kanal starten und monetarisieren: Bis man auf YouTube seinen Content monetarisieren kann, braucht man eine bestimmte Anzahl an Stunden, in denen die hochgeladenen Videos angeschaut wurden. Und bis man das erreicht, dauert es eben auch eine Weile. Und die Videos müssen natürlich auch gefilmt, geschnitten, hochgeladen und gefunden werden. Also auch alles andere als passiv.

Versteh mich nicht falsch, man kann mit allen diesen Beispielen durchaus Geld verdienen und das ggf. auch passiv – aber man muss eben vorher eine Menge Arbeit hereinstecken, bevor es so weit ist.

Warum ein ETF wirklich passives Einkommen generiert

Lass uns mal schauen, wie ETFs funktionieren (wir reden hier bei Coasting to FIRE hauptsächlich über Aktien-ETF): Ein Aktien-ETF ist ein Fonds, der viele verschiedene börsennotierte Unternehmen enthält. Unternehmen wie Apple, Microsoft, Google oder Amazon, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Oder auch deutsche Unternehmen wie Allianz, BASF oder die Deutsche Telekom.

Börsennotierte Unternehmen zahlen mitunter eine Dividende aus, beteiligen die Inhaber ihrer Aktien also am Erfolg des Unternehmens. Wenn du einen Aktien-ETF hast, stehen dir diese Dividenden natürlich auch zu.

Je nach ETF bekommst du diese Dividenden zum Beispiel jedes Quartal auf dein Konto überwiesen, dazu musst du in einen ausschüttenden ETF investieren (bei thesaurierenden ETF passiert das im Hintergrund und der ETF legt die Dividenden automatisch wieder für dich an, ohne dass du sie auf deinem Konto siehst).

Et volià, du hast Geld bekommen, ohne dafür arbeiten zu müssen. Man könnte auch sagen: Du hast passiv Geld verdient und dein Geld für dich arbeiten lassen. Denn: Du hast für die Ausschüttung, die der ETF dir gezahlt hat, nicht gearbeitet.

Natürlich musst du auch bei ETF irgendwann mal anfangen und alles einrichten, also ein Depot-Konto eröffnen, einen ETF aussuchen und den ETF kaufen, damit dir dein ETF regelmäßig Geld überweisen kann.

Meiner Meinung nach reichen aber ein paar Stunden, um sich in das Thema einzulesen und seinen ETF-Sparplan einzurichten. Wenn erstmal alles aufgesetzt ist, brauchst du dich eigentlich nicht mehr darum kümmern.

Das gute ist: Du brauchst auch gar nicht viel Geld, um mit ETF zu starten. Heutzutage kannst du je nach Depotbank schon ab 1€ loslegen. Und neben den Ausschüttungen der Dividenden steigt der Wert des ETF sehr wahrscheinlich auch auf lange Sicht. Also zumindest war das in der Vergangenheit normalerweise der Fall, wenn man sich die Kursentwicklung über mehrere Jahrzehnte anschaut.

Hier ist als Beispiel ein Aktien-ETF auf den weltweiten Aktien-Index MSCI World seit 2018 – und zwar der Amundi MSCI World ETF in der thesaurierenden Variante mit der Wertpapier-Kennnummer A2H59Q:

Entwicklung des MSCI World ETF seit 2018
Bild-Quelle: Onvista-App, Stand: 28.09.2026

In den letzten 5 Jahren (also seit September 2021) ist dieser ETF um fast 75% gestiegen, ohne dass du irgendetwas dafür tun musstest. Du hättest einfach nur diesen ETF kaufen und dann im Depot liegenlassen müssen. Wenn das nicht passiv ist, dann weiss ich auch nicht.

ETF Cheat Sheet: ETF Cheat Sheet: Der kompakte Spickzettel für Deine ETF-Auswahl

So viel passives Einkommen generiert mein Depot

Ich investiere seit August 2018 an der Böres und das hauptsächlich in ausschüttende ETF. Seitdem gab es nur wenige Monate, in denen kein neues Geld in unser Depot geflossen ist. Ich versuche nämlich wirklich jeden Monat einen Sparplan ausführen zu lassen, auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist. (Hier kannst du einen Blick in unser Depot werfen)

Inzwischen kommt da pro Jahr ein nettes dreistelliges Sümmchen zusammen an Ausschüttungen, die mir von „meinen“ ETFs und auch ein paar unserer Einzelaktien automatisch auf mein Verrechnungskonto geschickt werden (wir investieren nach der sog. Core-Satellite-Strategie).

Hier die Ausschüttungen von unserem Depot, wobei ich ganz bewußt nicht auf eine hohe Dividenden-Ausschüttungen optimiere – mir ist eine möglichst hohe Gesamt-Rendite wichtig:

  • Ausschüttungen 2025: 829€
  • Ausschüttungen 2024: 696€
  • Ausschüttungen 2023: 493€
  • Ausschüttungen 2022: 318€
Übersicht über die Ausschüttungen unseres Depots von 2022-2025 (Quelle: mein persönlicher Rentablo-Account, Stand: 28.09.2026).

Meine größte Position im Depot mit mehr als 50% Depot-Anteil ist zum Beispiel die ausschüttende Variante des Vanguard FTSE Developed World ETF, der hat mir zum Beispiel im Jahr 2025 allein 664€ an Ausschüttungen = passivem Einkommen beschert, und das ohne, dass mein Mann oder ich dafür arbeiten mussten.

Also wenn das nicht echtes passives Einkommen ist, dann weiß ich auch nicht. 😉

Für den Moment verbrauchen wir dieses Geld übrigens nicht und investieren es mit dem nächsten Sparplan direkt wieder zurück ins Depot. So kann sich dieses Geld auch weiterhin vermehren und sich der Zinseszinseffekt weiterhin voll entfalten.

Auch wenn wir davon natürlich bisher nicht leben können und bei weitem noch nicht finanziell frei sind, ist es ein Anfang und wird uns dann, wenn wir in Rente gehen, eine nette privat finanzierte Zusatzrente generieren.

Hallo, ich bin Nadine Cabrera – Investment-Mentorin für Frauen ab 40 und Gründerin von Coasting to FIRE.

Ich zeige Frauen, wie sie ohne Finanzstudium an der Börse investieren und sich langfristig und entspannt ein Vermögen für ihre Altersvorsorge mit ETFs aufbauen.

Mein Herz schlägt dabei besonders für einfache ETF-Strategien, die auch in einen vollen Alltag passen.

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Nadine Cabrera, Finanzbloggerin von Coasting to FIRE

Alle Artikel auf CoastingtoFIRE.de stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar (§85 WpHG). Sie dienen lediglich der allgemeinen und unverbindlichen Information. Es wird zu keinem Zeitpunkt eine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Der Kauf von ETFs, Aktien und Bitcoin ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Investitionsentscheidungen sollten niemals nur auf Basis von Informationsangeboten dieser Seite getroffen werden.

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