Zuletzt aktualisiert am 9. Januar 2026 von Nadine von Coasting to FIRE
Du hast vom Konzept der Finanziellen Freiheit gehört und bist fasziniert, weißt aber nicht, wie Du am besten startest?
Finanzielle Freiheit (englisch: FIRE = Financial Indepence Retire Early) bedeutet hier auf diesem Blog: Du hast soviel Vermögen in deinem Depot, dass du von deinem Vermögen leben kannst und nicht mehr arbeiten musst, wenn du nicht willst. Das ist in der FIRE-Bewegung der Fall, wenn du das 25-fache deiner Jahresausgaben in deinem Depot investiert hast.
Dieser Artikel gibt Dir einen Überblick über die notwendigen Schritte, wenn du bei null startest.
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10 Schritte bis zur finanziellen Freiheit
Dieser Leitfaden von Nadine Cabrera erläutert einen strukturierten Zehn-Schritte-Plan, um durch gezielte Investitionen die finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Der Prozess beginnt mit einer detaillierten Bestandsaufnahme der eigenen Finanzen. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Abbau von Konsumschulden sowie der Aufbau von Fachwissen über breit gestreute ETFs, um das Kapital langfristig an der Börse zu mehren. Die Autorin betont, dass das Erreichen der persönlichen FIRE-Summe Disziplin bei der Sparquote erfordert und eher einem Marathon als einem Sprint gleicht. Schließlich zeigt der Beitrag auf, wie man nach Erreichen der Zielsumme die gewonnene Freiheit und Zeitautonomie für persönliche Projekte oder das Reisen nutzen kann. Das Angebot richtet sich dabei besonders an Frauen, die einen unkomplizierten Zugang zum Vermögensaufbau suchen.
1) Was hoch sind Deine Einnahmen?
Zunächst geht es an die Bestandsaufnahme Deiner Finanzen. Wieviel Geld kommt monatlich rein, also z.B. Dein Gehalt. Oder vielleicht hast Du auch noch andere Einnahmen, zum Beispiel durch einen Nebenjob? Oder vielleicht hast Du sogar eine vermietete Wohnung und erhältst eine monatliche Miete?
Denke dabei auch an Einnahmen, die nicht regelmäßig monatlich eingehen, also vielleicht einen jährlichen Bonus oder Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Oder vielleicht Geldgeschenke zu Geburtstagen oder sonstige Einmaleinnahmen, die über das Jahr verteilt einmalig anfallen. Liste alle Einnahmen in einer Übersicht auf.
2) Wie hoch sind Deine monatlichen Ausgaben?
Nachdem Du weißt, über wie viel Einkommen Du verfügst, geht es daran, Deine Ausgaben zu analysieren. Dieser Schritt ist deswegen besonders wichtig, weil sich Deine FIRE-Zahl an Deinen jährlichen Ausgaben orientiert.
Falls Du es ohnehin nicht schon machst, kann ich Dir nur wärmstens empfehlen, für ein paar Monate (gern aber auch für ein ganzes Jahr) akribisch ein Haushaltsbuch zu führen. So entgeht Dir wirklich nichts, auch nicht die „kleinen Ausgaben zwischendurch“ beim Bäcker, im Coffeeshop oder ähnliche Kleinbeträge.
Bitte denke auch an Versicherungsbeiträge oder andere Ausgaben wie z.B. GEZ oder Grundsteuern, die nur jährlich oder viertel- bzw. halbjährlich abgebucht werden. Auch diese sollten in der Analyse der Ausgaben enthalten sein, damit Du einen realistischen Überblick bekommst, wie viel von Deinen Einnahmen Du wieder ausgibst und welcher Betrag potenziell zum Sparen und Investieren übrig bleibt.
Ich selbst benutze für das Tracken meiner Ein- und Ausgaben eine selbst gebastelte Google-Sheets-Tabelle. So habe ich mein Haushaltsbuch immer auf dem Handy dabei und dank Offline-Modus kann ich notfalls auch ohne Internetverbindung meine Ein- und Ausgaben eintragen. Es gibt aber auch Apps, die sich mitunter sogar eigenständig mit dem Girokonto synchronisieren, wenn man es entsprechend eingerichtet hat.
Update 09.01.2026: Ich nutze aktuell kein manuelles Haushaltsbuch mehr, da unsere aktuelle Bank, die C24 Bank, innerhalb der Banking-App eine Kategorisierung der Ausgaben anbietet. Es ist dort auch möglich, Monatsbudgets für bestimmte Ausgabenkategorien zu erstellen.

3) Welche Vermögenswerte hast Du?
Deine Einnahmen und Ausgaben kennst Du jetzt, der nächste Schritt ist die Analyse von Deinem vorhandenen Vermögen.
Falls Du Versicherungen hast, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine einmalige Auszahlung leisten, schau Dir auch die ganz genau an. Hier sollte sich in den Unterlagen der aktuelle Rückkaufswert für diese Versicherung finden, oft schickt die Versicherung eine jährliche Übersicht über den aktuellen Stand. Ich für meinen Teil trage diesen Wert auch in meine persönliche Vermögensübersicht ein, auch wenn ich nicht vorhabe, die Versicherung aufzulösen.
Gibt es vielleicht Vermögen, das Du bereits auf Konten aller Art angespart hast? Bereits gefüllte Depots, Sparkonten, Bausparverträge etc.? Schreibe alle Beträge in Deine Übersicht.
Hast Du vielleicht Wohneigentum? Dann ermittle den aktuellen Verkaufswert, um einen ersten Eindruck davon zu bekommen, was Du bekommen würdest, wenn Du Dein Eigentum verkaufen würdest. Solange Du nicht vorhast, die Wohnung zu verkaufen, ist das ein eher theoretischer Wert und auch nicht relevant für Deine spätere FIRE-Zahl, aber ich finde es trotzdem hilfreich, seine Optionen zu kennen.
Ein Auto ist in dem Fall sehr wahrscheinlich kein Vermögenswert, da es in der Regel mit zunehmendem Alter eher an Wert verliert, als dass sein Vermögenswert steigt. Solltest Du jedoch eine Schwäche für wertvolle Oldtimer haben, könnte das doch ein Vermögenswert sein, wenn das Auto gut gepflegt ist. Soweit ich weiß, kann es beim richtigen Modell sogar sein, dass der Wert mit zunehmendem Alter steigt, anstatt zu fallen.
Ansonsten kann auch alles andere Wertvolle, was Du besitzt, in die Aufstellung genommen werden. Wichtig ist, sich ein realistisches Bild vom Wiederverkaufswert zu machen.
So werden Schmuckstücke von professionellen Händlern zum Beispiel oft nur zum aktuellen Goldpreis zurückgekauft, der Wert der eigentlichen Arbeit für das Schmuckstück wird nicht berücksichtigt. Ähnlich ist es vermutlich mit Briefmarken, Münzsammlungen oder Ähnlichem: Man muss sich genau damit beschäftigen, was man auf dem freien Markt dafür erzielen würde, um es der Vermögensübersicht hinzuzufügen.
In meiner persönlichen Vermögensübersicht sind tatsächlich „nur“ die Guthaben meiner Konten und Depots, ein sehr konservativ angesetzter Verkaufspreis meiner selbstgenutzten Eigentumswohnung und ein Rückkaufswert von einer Versicherung enthalten.
4) Welche Schulden hast Du?
Nun geht es um Kredite und Schulden. Teilweise hast Du Zahlungen hierfür ggf. schon in der Analyse Deiner monatlichen Ausgaben gefunden. In diesem Teil geht es aber um die Restschuld oder Restkreditsumme.
Oder mit anderen Worten: Wieviel Geld schuldest Du der Bank noch?
Falls es mehrere Kredite sind: Erstelle Dir eine Übersicht mit den Kreditzahlungen, der noch offenen Restsumme des jeweiligen Kredits und bis wann der Kredit abbezahlt sein wird. Prüfe auch, ob Sonderzahlungen möglich sind, und erfasse das in Deiner Übersicht.
Zu den Schulden kann auch ein Dispokredit auf Deinem Girokonto zählen, bei dem Du keine monatlichen Zahlungen auf Deinem Konto finden wirst. Früher oder später musst Du den Dispobetrag Deiner Bank aber natürlich trotzdem zurückzahlen, daher sollte er in der Auflistung Deiner Schulden nicht fehlen.
Bitte prüfe in dem Zusammenhang auch, ob es sich um Konsumschulden oder andere Schulden handelt, denen ein echter Vermögenswert gegenübersteht, wie zum Beispiel bei einem Immobilienkredit.
Mir geht es bei der Erfassung der Schulden darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viele Schulden aktuell vorhanden sind und woher sie kommen.
Im Fall von Konsumschulden oder auch „schlechten“ Schulden dürfte das der Fall sein, weil vorher nicht für gewisse Anschaffungen gespart wurde oder weil im Falle eines Dispokredites mehr Ausgaben als Einnahmen vorhanden sind.
Exkurs: Konsumschulden und Immobilienkredite
Konsumschulden sind zum Beispiel Kredite für ein neues Smartphone, die neue Wasch- oder Espressomaschine und auch ein Auto.
Also eher kleine Beträge für Gegenstände, die in der Regel an Wert verlieren und am Ender der Nutzungszeit in der Regel kein oder nur ein kleiner Gegenwert übrig bleibt.
Es gibt verschiedene Auffassungen darüber, wie Immobilienkredite behandelt werden.
Klassischerweise müsste man hier die Kreditart danach unterscheiden, wie die Immobilie genutzt wird: Der Kredit für eine selbst genutzte Immobilie müsste dann ganz streng genommen zu den Konsumschulden zählen. Der Kredit für eine vermietete Immobilie, würde zu den „guten“ Schulden zählen, weil die vermietete Wohnung auch Einnahmen generiert. Ich sehe das nicht ganz so streng, da wohl die wenigsten in der Lage sein werden, eine Immobilie komplett aus dem Ersparten zu bezahlen.
5) Ermittle Dein Nettovermögen
Dein Nettovermögen ermittelst Du, indem Du Deine Schulden aus Schritt 4 von Deinen Vermögenswerten aus Schritt 3 abziehst. Ermittle dabei Dein Nettovermögen zum heutigen Zeitpunkt, aber auch zu dem Zeitpunkt, zu dem Du die finanzielle Freiheit erreicht haben willst.
Vielleicht weißt Du heute schon, dass später die Auszahlung einer Lebensversicherung fällig wird, oder erwartest Du eine Erbschaft? Dann vermerke das in Deiner Übersicht.
6) Konsumschulden oder Dispokredit gefunden? Schnell abbezahlen!
Konsumkredite und Dispokredite sind in der Regel mit einem hohen Zinssatz versehen. Es ist kontraproduktiv, Vermögen aufbauen zu wollen, aber zeitgleich hohe Zinsen an die Bank zu bezahlen, insbesondere wenn es sich um Konsumschulden handelt.
Daher ist ein wichtiger Schritt, so schnell wie möglich Deinen Dispokredit zurückzuzahlen und auch eventuelle Konsumkredite. Falls möglich, leiste Sonderzahlungen bei bestehenden Krediten, um schneller konsumschuldenfrei zu sein.
7) Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich um Deine persönliche Finanzbildung zu kümmern
Um die finanzielle Freiheit zu erlangen, wird das Ansparen von Geld auf einem Giro- oder Festgeldkonto nicht ausreichen, insbesondere nicht bei dem aktuellen Zinsniveau. Und dann haben wir die Geldentwertung durch die Inflation noch gar nicht berücksichtigt. Über kurz oder lang wirst Du Dich demnach mit der Geldanlage an der Börse beschäftigen dürfen.
Auch wenn Dir der Gedanke ggf. etwas Angst macht: Wenn man sich erst einmal richtig informiert, merkt man recht schnell, dass man auf lange Sicht (und mit „langer Sicht“ meine ich auf Sicht von mindestens 10 Jahren) hervorragende Chancen hat, mit der Anlage in Aktien an der Börse Geld zu verdienen und sein Geld zu vermehren.
Heutzutage muss man nicht mal selbst in Einzelaktien investieren, um Erfolg an der Börse zu haben. Im Grunde reicht ein einziger ETF (= Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds), um an dem Fortschritt der Weltwirtschaft und der im ETF enthaltenen Unternehmen teilzuhaben.
Jede Anlageform hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und am Ende kann nur jeder für sich entscheiden, welcher Mix für ihn oder sie passt. Wichtig ist, bei jeder Anlageform das Zusammenspiel aus Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit im Auge zu behalten, auch „Magisches Dreieck der Geldanlage“ genannt.
Es gibt keine Anlageform, bei der man alle drei Aspekte vereinen kann. Die Anlage auf einem Tagesgeldkonto ist zum Beispiel in der Regel sehr sicher und das Geld ist schnell verfügbar, dafür ist die Rendite in der Regel eher gering. Im Gegensatz dazu hätte man bei einem Festgeldkonto eine etwas höhere Rendite als bei einem Tagesgeld bei gleicher Sicherheit, aber bei einem Festgeld legt man sein Geld für einen bestimmten Zeitraum fest an, z.B. für 1 oder 2 Jahre. Das Geld wäre also in dieser Zeit nicht verfügbar.
Bei einer Anlage an der Börse dagegen könnten die Renditeaussichten höher sein als bei Tages- oder Festgeld. Es gibt Aktien, die sich im Lauf von ein paar Jahren im Wert verhundertfacht haben. Die höhere Rendite kommt allerdings nur zum Preis von weniger Sicherheit, denn im Grunde kann der Wert einer Aktie auf null fallen und es droht (zumindest theoretisch) ein Totalverlust des eingesetzten Geldes.
Und auch wenn es nicht zum Totalverlust kommen muss, unterliegt der Preis von Aktien und ETF in jedem Fall täglichen Schwankungen.
Bei der Verfügbarkeit gibt es zu beachten, dass Aktien oder ETFs zwar täglich verkauft werden können, genau das sollte man in Phasen von Marktabschwüngen aber idealerweise vermeiden. Daher hast Du ggf. in der Praxis eine eingeschränkte Verfügbarkeit des an der Börse investierten Geldes.
Ich würde dringend von spekulativen Produkten wie Hebelprodukten, Optionen, Fremdwährungsspekulationen, Pennystocks oder Ähnlichem abraten.
Je nach Anlageform gibt es hier das Risiko, mehr als das eingesetzte Kapital zu verlieren. Auch wenn andere (vermeintlich) gutes Geld damit verdient haben, ist es fraglich, ob sie auch wirklich alle Verluste öffentlich gemacht haben. Oft verschwinden solche Kanäle dann plötzlich auch rasch wieder, also sei bitte auf der Hut, wenn jemand Dir schnellen Reichtum und tolle Renditen verspricht.
8) Grundwissen zum Thema Geldanlage vorhanden, jetzt geht´s ans Investieren
Nachdem die theoretischen Grundlagen geschaffen sind, geht es an die Umsetzung. Hierunter fallen unter anderem die Recherche nach geeigneten Banken oder Brokern, wo Du Deine Konten oder Depots führen möchtest. Dann geht es an die Eröffnung der Konten.
Ich für meinen Teil bevorzuge Onlinebanken und -broker, bei denen man heutzutage auch die Kontoeröffnung von zu Hause aus durchführen kann. Wer Wert auf persönlichen Kontakt legt, sollte sich eine klassische Filialbank suchen, wird dann in der Regel aber auch mit teureren Gebühren Vorlieb nehmen müssen.
Du solltest in diesem Schritt auch direkt an die Einrichtung von Freistellungsaufträgen denken, sodass Du möglichst lange keine Steuern auf Deine Erträge zahlen musst. Du kannst Dir zu viel gezahlte Kapitalertragssteuern zwar später über die Steuererklärung wieder erstatten lassen, aber besser und einfacher ist es doch, sie gar nicht erst zahlen zu müssen.
Ich bin ein großer Fan davon, das Ansparen zu automatisieren, indem Du Daueraufträge oder Sparpläne einrichtest, die immer zu einem festen Termin ausgeführt werden. Am einfachsten ist es, wenn dieser Termin mit der Zahlung Deines Gehalts zusammenfällt. So kommst Du gar nicht erst in Versuchung, das Geld anderweitig auszugeben.
Bitte denke in diesem Schritt auch daran, Dir zu überlegen, wie hoch Dein risikoloser Anteil an Deinem Gesamtvermögen sein soll. Dazu zählen alle Anlageformen, die keinen Schwankungen unterliegen, wie ein Tages- oder Festgeld.
Je größer dieser risikolose Anteil ist, desto niedriger ist der risikobehaftete Anteil (wie zum Beispiel die Anlage in einem ETF oder in Einzelaktien). Die Zusammensetzung aller verschiedenen Anlageformen ist dann Deine sog. Asset Allocation.
Ich für meinen Teil habe aktuell nur einen Notgroschen, also sofort verfügbares Geld auf einem Tagesgeldkonto für unvorhergesehene Ausgaben und Notfälle. Alles, was an Geld zum Investieren vorhanden ist, investiere ich monatlich an der Börse in verschiedene ETFs und Einzelaktien mit einem klaren Schwerpunkt auf breit gestreute ETFs.
Hier kannst Du einen Blick in mein Depot werfen.
9) Ermittle Deine FIRE-Zahl und investiere, solange, bis Du sie erreicht hast
Um Deine FIRE-Zahl zu errechnen, benötigst Du Deine regelmäßigen Ausgaben aus Schritt 2.
Um eine realistische FIRE-Zahl zu errechnen, solltest Du Deine Ausgaben erneut durchsehen und insbesondere solche Ausgaben herausrechnen, die später nicht mehr anfallen. Das könnten etwa entfallende Pendelkosten zu Deinem Arbeitsplatz sein, wenn Du die volle finanzielle Freiheit anstrebst. Es kann auch sein, dass Du später höhere Ausgaben z.B. für das Thema Gesundheit oder Reisen haben wirst als heute.
Falls Du die volle finanzielle Freiheit vor dem gesetzlichen Rentenbeginn anstrebst, solltest Du Dir auch Gedanken dazu machen, wie Du das Thema Krankenversicherung abdecken wirst, und diese Kosten in Deine Ausgaben einberechnen.
Ich würde hier auch dazu raten, die Inflation nicht aus dem Auge zu verlieren und einen Puffer einzubauen, da die Preise in 10 oder 20 Jahren vermutlich höher sein werden als heute. Auch das Thema Steuern (Einkommenssteuer, Kapitalertragsteuer usw.) muss bei der Berechnung einer realistischen FIRE-Summe berücksichtigt werden.
Wenn Du die volle finanzielle Freiheit anstrebst, dann wirst Du in der Regel das 25-fache Deiner Jahresausgaben als Ansparbetrag benötigen. Bitte denke auch an andere Einkommen, die Du in der Zukunft haben wirst. Zum Beispiel, weil später Deine gesetzliche Rente einsetzt oder eine private Rentenversicherung Zahlungen an Dich leisten wird. Diese Beträge reduzieren den Betrag, den Du zum Erreichen Deiner finanziellen Freiheit ansparen musst.
In jedem Fall reden wir hier von einem Vorhaben über mehrere Jahre, bis Du Deine FIRE-Zahl erreichst.
Wenn Du so wie ich Coast FIRE anstrebst (also die teilweise finanzielle Freiheit), dann benötigst Du zwar weniger Zeit als für die volle finanzielle Freiheit, aber es wird trotzdem ein Projekt über mehrere Jahre sein.
Die Anspardauer wird deutlich von Deiner Sparquote beeinflusst, also wie viel Prozent von Deinen monatlichen Ausgaben Du für Deine finanzielle Freiheit ansparen kannst.
Als Regel gilt: Je höher die Sparquote und je kleiner die monatlichen Ausgaben, desto schneller erreichst Du Dein Ziel und bist finanziell frei.
Du hast also in jedem Fall einen Marathon vor Dir, keinen Sprint. Es wird vielleicht Rückschläge geben, Deine Einkommens- oder Ausgabensituation kann sich ändern. Zum Beispiel, weil Du heiratest und Kinder bekommst. Oder es kann auch sein, dass Du vielleicht aus gesundheitlichen Gründen Deinen bisherigen Job nicht mehr ausüben kannst oder willst.
Wichtig ist es, am Ball zu bleiben und Deine Übersichten aus den Schritten 2–4 immer wieder an die aktuelle Situation anzupassen. Ich für meinen Teil werde meine persönliche FIRE-Zahl und den noch fehlenden Restbetrag mindestens einmal pro Jahr ermitteln und aktualisieren.
10) FIRE-Zahl erreicht? Jetzt darfst Du Deine finanzielle Freiheit genießen
Es ist soweit: Du hast Deine FIRE-Zahl erreicht, herzlichen Glückwunsch! Je nachdem, ob Du damit die volle oder die teilweise finanzielle Freiheit erreicht hast, kannst Du nun ganz aufhören zu arbeiten oder brauchst nur noch in Teilzeit zu arbeiten.
Viele FIRE-Blogger kündigen bei Erreichen der finanziellen Freiheit zwar ihren bisherigen Job, verfolgen aber weiterhin eigene Projekte. Oder nutzen die Zeit, um zu reisen und andere Länder und Kulturen kennenzulernen.
Egal was Deine Vorstellung davon ist, finanziell frei zu sein, es hilft vermutlich, sich schon frühzeitig zu überlegen, was Du mit Deiner freien Zeit anfangen wirst, wenn es endlich so weit ist.
Ich habe hier und hier genau diese Frage für mich beantwortet.
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Der Kauf von ETF, Aktien und Bitcoin ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Investitionsentscheidungen sollten niemals nur auf Basis von Informationsangeboten dieser Seite getroffen werden.
Wer schreibt hier?
Hallo, ich bin Nadine Cabrera – Investment-Mentorin für entspannte ETF-Strategien & Gründerin von Coasting to FIRE
Ich zeige Frauen, wie sie ohne Finanzkauderwelsch an der Börse loslegen und sich langfristig ein Vermögen mit ETFs aufbauen. Mein Herz schlägt dabei besonders für einfache ETF-Strategien, ganz ohne permanentes Checken von Börsenkursen.
Seit über 7 Jahren investiere ich selbst an der Börse, bin ausgebildete Bankkauffrau und habe mehr als 120 Frauen dabei begleitet, ihre Angst vor der Börse zu verlieren und selbstbewusst für ihre finanzielle Zukunft vorzusorgen. Mein Ziel: Dein Geld arbeitet – nicht Du.
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