1 Million Euro: Das würde ich damit tun

Veröffentlicht am Kategorisiert in Finanzielle Freiheit & Coast FIRE, Rückblicke und Persönliches
Nadine aka Mrs. Coasting to FIRE zur Frage: Was würde ich mit 1 Million Euro machen?

In meinem letzten Post habe ich eine Blogparade ausgerufen, um mehr darüber zu erfahren, was andere Blogger mit 1 Million Euro anfangen würden. Du kannst noch bis 07. November 2022 selbst teilnehmen. Für mich ist es nun an der Zeit, meine eigenen Gedanken dazu aufzuschreiben.

Erreichen meiner FIRE-Zahl vs. Lottogewinn

Für mich macht es einen großen Unterschied, ob ich diese 1 Million im Rahmen meines Plans zur Finanziellen Freiheit erreiche oder ob ich zum Beispiel durch den legendären Lottogewinn zu dem Betrag kommen würde. Soweit ich das absehen kann, ist eine Erbschaft in der Höhe ausgeschlossen, es sei denn, es findet sich doch noch irgendwo ein unbekannter reicher Onkel in meiner Verwandschaft…

Wenn ich die Million im Rahmen der Finanziellen Freiheit aus eigener Sparleistung erreiche, dann kann ich tatsächlich keine großen finanziellen Sprünge machen. Warum? Weil sich die benötigte Summe für die Finanzielle Freiheit (= FIRE-Zahl) anhand der jährlichen Ausgaben berechnet. Steigen die Ausgaben, muss demnach auch die benötigte Gesamtsumme steigen.

Ich gehe demnach in meiner Betrachtung davon aus, dass ich Glück im Lotto habe und den Jackpot knacke. Vielleicht sollte ich anfangen, regelmäßig Lotto zu spielen, um meine Chancen zu erhöhen?

Einen Großteil der Million würde ich ganz im Sinne meines Ziels, finanziell frei zu werden, an der Börse investieren. Das kann ich schon mal vorwegschicken, aber dazu später mehr.

Ich bin ein großer Fan davon, im Heute zu leben und auch heute das Leben zu genießen, deswegen würde ich mich tatsächlich zu etwas Konsum hinreissen lassen und auch ein paar Rücklagen für verschiedene Themen beiseite legen.

Konsumausgaben und Rücklagen

Damit ich weiß, welches Geld zum Erreichen der Finanziellen Freiheit an die Börse kann, hier meine Überlegungen, welches Geld ich ausgeben bzw. für bestimmte Zwecke zurücklegen würde:

Renovierungsarbeiten

Ich wohne jetzt seit 7 Jahren in meiner jetzigen Wohnung, seit fast 4 Jahren wohnen wir zu zweit hier. Wir haben bereits angefangen, reihum die Renovierung zu starten, aber wenn man alles selber macht, dauert es natürlich so seine Zeit.

Renovierungsarbeiten im Flur
Im Frühjahr 2021 haben wir unseren Flur in Eigenregie renoviert.

Ich würde daher einen kleinen Teil – sagen wir 20.000€ – für anstehende Maler- und Renovierungsarbeiten unserer Wohnung beiseite legen, damit diese von Handwerkern erledigt werden können.

Zwischenstand: 1.000.000€ – 20.000€ = 980.000€

Etwas zurückgeben

Da wir in Deutschland trotz allen aktuellen Entwicklungen immernoch sehr privilegiert leben, ist es mir wichtig, auch etwas zurückzugeben an diejenigen, die weniger haben als wir. Wegen unser großen kubanischen Familie spenden wir nur selten an offizielle Hilfseinrichtungen, sondern unterstützen unsere kubanische Familie direkt.

Unter anderem liegen mir unsere zahlreichen Neffen und Nichten am Herzen. Schon heute besparen wir monatlich einen separaten ETF für den sog. „Quince“ unserer Nichten und Neffen. Der „Quince“ ist der 15. Geburtstag, der in vielen lateinamerikanischen Ländern eine besondere Bedeutung hat und groß gefeiert wird. Ich würde sagen, man kann den Quince von der Bedeutung her in etwa mit dem 18. Geburtstag hier in Deutschland vergleichen.

Alle Familienmitglieder mit kleinen Kindern wissen, dass es dieses Konto gibt und sie mit einer kleinen finanziellen Unterstützung von uns rechnen können, wenn ihre Kids ihren 15. Geburtstag haben. Um diesem Verwendungszweck noch etwas mehr Starthilfe zu geben, würde ich 5.000€ als Einmalzahlung in diesen ETF geben. Über 10 Jahre mit 7% Rendite pro Jahr (eine durchaus realistische Rendite an der Börse), angelegt in einem breit gestreuten ETF, würde sich dieses Geld fast verdoppeln (und die monatlichen Einzahlungen, die wir ohnehin machen, kommen natürlich ebenfalls weiterhin on top).

Zwischenstand: 980.000€ – 5.000€ = 975.000€

Außerdem stehen auch in Kuba noch ein paar Renovierungsarbeiten an. Dort kann man mit viel weniger Geld als hier den gleichen Effekt erreichen. Allerdings steigen die Preise dank starker Inflation inzwischen auch dort deutlich. Zusätzlich sind manche Sachen ohnehin absurd teuer, weil sie in den staatlichen Läden einfach nicht zu bekommen sind. Es bleibt dann nur, sie von privat kaufen zu mitunter unglaublichen Preisen.

Ich reserviere daher einen Teil des Geldes für Renovierungsarbeiten in Kuba. Mit 10.000€ schon eine Menge zum Positiven verändern und vielleicht sogar ein Haus für meine Schwiegermutter erwerben.

Zwischenstand: 975.000€ – 10.000€ = 965.000€

Ein wenig Luxus beim Reisen

Einmal First Class fliegen. Auf einem Langstreckenflug. Das ist so ein Traum von mir. Und den würde ich mir unbedingt erfüllen, wenn ich plötzlich 1 Million Euro zusätzlich hätte.

Ich war schon lange nicht mehr in Australien (zuletzt 2009) und würde dieses tolle Land gern meinem Mann zeigen. Da würde sich ein First Class-Flug bis ans andere Ende der Welt doch nahezu aufdrängen.

Nadine aka Mrs. Coasting to FIRE und Mann in der Ecomy Class
Bisher fliegen wir „Holzklasse“, soweit verfügbar mit den bekannten Billig-Fluglinien.

Natürlich bräuchten wir dann auch noch ein wenig Urlaubsbudget, um etwas vom Land zu sehen, wenn wir schonmal da sind. Für diese und andere Reisen würde ich 25.000€ auf unser Urlaubskonto zurücklegen.

Zwischenstand: 965.000€ – 25.000€ = 940.000€

Ein eigener Van

Und hier gleich noch ein Geständnis, wenn wir schon beim Reisen sind: ich würde auch noch einen eigenen Van kaufen. Seit etwa 3 Jahren schaue ich neidisch stundenlang Videos auf Facebook und Youtube von Menschen, die in der Regel Vollzeit in ihrem Van leben und arbeiten. Zum Glück haben wir dieses Jahr unseren Sommerurlaub dazu genutzt, Vanlife „in echt“ auszuprobieren und es hat uns gut gefallen (mehr dazu kannst du im Monatsrückblick August lesen).

Es muss für mich auch kein niegelnagelneuer Van sein. Aber: selbst die gebrauchten Vans sind durch den Corona-Boom nicht mehr wirklich günstig.

Nadine aka Mrs. Coasting to FIRE umarmt Van
Nahdem ich sehr, sehr viele Vanlife-Videos angeschaut habe, haben wir uns im August 2022 endlich den Traum von einem Vanurlaub erfüllt. Erstmal nur gemietet, zum Testen. Ich fand es wunderbar, immer alles dabei zu haben: Küche, Bad, Bett, Kühlschrank, einfach herrlich.

Vielleicht würde ich sogar dazu tendieren, dass wir uns unseren Van individuell ausbauen lassen, so dass es auch wirklich zu unseren Bedürfnissen passt. Ich habe nämlich bisher keinen Van ab Werk gesehen, der alle unsere Wünsche erfüllen würde. Neupreise eines hochwertigen Vans liegen zwischen 70-80.000€, ich lege daher für diesen Traum weitere 80.000€ beiseite. Ein bißchen Puffer schadet nie.

Zwischenstand: 940.000€ – 80.000€ = 860.000€

Eine Wohnung mit Fahrstuhl

Ich muss gestehen, dass ich mich ab und an bei der Frage erwische, wie lange wir wohl in unserer 63qm-Wohnung im 4. Stock ohne Fahrstuhl wohnen können.

Vermutlich wird es spätestens irgendwann im Rentenalter beschwerlich, die 4 Stockwerke hinaufzukommen. Ich könnte mir daher gut vorstellen, zumindest eine großzügige Anzahlung auf eine neue Eigentumswohnung beiseite zu packen, falls sich mal eine Gelegenheit bei uns in der Gegend ergibt. Dafür reserviere ich 100.000€.

Zwischenstand: 860.000€ – 100.000€ = 760.000€

Das soll es an Konsum-Ausgaben und Rücklagen gewesen sein, etwas mehr als ein Viertel. Der Rest wird investiert! Und zwar an der Börse in breit gestreute ETF, die wir schon im Depot haben.

Geld zum Investieren

Nehmen wir also der Einfachheit halber mal an, wir legen alles verbleibende Geld (760.000€) an der Börse an. Und zwar in den ETF Vanguard Developed World in der ausschüttenden Variante.

Börsenkurse laufen an einer Tafel durch
Für mich sind Investments an der Börse immmernoch der beste Weg, um sein Geld für sich arbeiten zu lassen und langfristig zu vermehren.

Die Ausschüttungsrendite dieses ETF liegt laut justetf.com aktuell bei 2,05% (Stand: 10.10.2022). Pro Jahr würden demnach etwa 15.580€ nur aus diesem Investment an Ausschüttungen auf dem Verrechnungskonto ankommen, ohne dass etwas vom eingezahlten Kapital aufgebraucht wird.

Natürlich müssten diese Ausschüttungen noch mit der Kapitalertragssteuer und ggf. Solidaritätszuschlag versteuert werden, da sie deutlich über dem Freistellungsauftrag liegen. Trotzdem bliebe immernoch ein nettes Sümmchen übrig, selbst wenn man nochmal 26,375% davon abzieht.

Wenn ich richtig gerechnet habe, bleiben dann immernoch knapp 11.500€ pro Jahr an zusätzlichem Einkommen (also etwa 950€ auf den Monat gerechnet), ohne dass wir etwas vom Grundkapital anfassen.

Zwischenstand: 760.000€ – 760.000€ = 0€

Wenn wir diesen Betrag ins Depot geben, hätten wir damit unsere Coast FIRE-Zahl sofort erreicht. Wir könnten also aufhören, das Depot zu besparen und warten, bis wir durch die Kursgewinne an der Börse komplett finanziell unabhängig werden. (Hier findest du meinen Überblick über die Unterschiede der verschiedenen FIRE-Varianten).

Um die volle finanzielle Freiheit schneller zu erreichen, würde ich auch weiterhin einen Teil der Ausschüttungen zurück ins Depot reinvestieren. Vermutlich etwa die Hälfte davon: 11.500€/ 2 = 5.750€.

Den verbleibenden Teil der Ausschüttungen würde ich dazu nutzen, dass wir weniger arbeiten müssen, solange wir die komplette Finanzielle Freiheit noch nicht erreicht haben. So müßten wir pro Monat etwa 480€ weniger verdienen (5.750€ pro Jahr / 12 Monate = 479€ p.M.)

Mein Fazit

Eine Million Euro. Wenn man das so hört, könnte man denken, man hat automatisch ausgesorgt. Aber wenn man sich mal die Mühe macht, das aufzudröseln, sieht man recht schnell, dass es gar nicht so viel Geld ist.

Ja, ich habe bewußt einen Teil für Konsumausgaben und Rücklagen beiseite gelegt und nicht den kompletten Betrag an der Börse investiert. Ich bin eben keine extreme FIRE-Anhängerin, die minimalistisch oder frugalistisch lebt, um das Ziel der Finanziellen Freiheit so schnell wie möglich zu erreichen.

Weil: Was ist, wenn das Leben dazwischen kommt und man zum Beispiel ernsthaft krank wird? Dann hat man zwar viel Geld im Depot, aber sein Leben nicht genossen. Und das ist etwas, was ich mir auf gar keinen Fall später mal selbst vorwerfen möchte.

Was würdest du mit 1 Million Euro machen? Ich freue mich, wenn du mir deinen eigenen Blogartikel zu dieser Frage direkt unter meiner Blogparade verlinkst.

Lust auf mehr? Dann lies mal das hier:

2 Kommentare

  1. ja, es stimmt, wir haben einiges gemeinsam und ich stimme dir zu, was ist wenn das leben dazwischen kommt? Daran denken die einen zu viel und die anderen zu wenig
    LG Petra

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