So organisieren wir unsere Familienfinanzen

Veröffentlicht am Kategorisiert in Persönliches
Überblick über die Casting to FIRE Familienfinanzen und Kontenstruktur

Zuletzt aktualisiert am 23. März 2024 von Mrs. Coasting to FIRE

Um einen Überblick über unsere Familienfinanzen zu behalten, habe ich über die Jahre ein Kontensystem entwickelt. Es besteht aus mehreren Bankverbindungen und wird immer wieder angepasst, wenn es erforderlich ist. Alle Details hierzu erfährst du hier in diesem Artikel.

Wer bezahlt was?

Nachdem wir geheiratet hatten, haben Mr. Coasting to FIRE und ich überlegt, wie wir unsere Finanzen organisieren wollen. Ich persönlich bin kein Fan davon, in einer Ehe die Ausgaben hälftig aufzuteilen, zumal es bei uns größere Einkommensunterschiede gibt.

Wir haben uns daher dafür entschieden, unsere Einnahmen zusammenzuwerfen und davon die gesamten Ausgaben zu bestreiten. So bleibt es insofern fair, als dass derjenige mit dem höheren Einkommen auch einen höheren Anteil an den Ausgaben übernimmt.

Für persönliche Ausgaben, die man vor dem jeweils anderen nicht rechtfertigen muss, haben wir einen Betrag im unteren dreistelligen Bereich definiert, den jeder pro Monat von den gemeinsamen Einnahmen bekommt. Damit kann man frei wirtschaften, ohne den anderen vorher fragen zu müssen. Diese Lösung hat sich in den letzten Jahren als sehr praktisch herausgestellt, wenn es sehr unterschiedliche Konsumwünsche und -vorstellungen gibt.

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Girokonten

Es gibt insgesamt drei Girokonten für unsere Ausgaben.

Auch wenn es im Detail ein wenig komplizierter ist, kann man sagen, Mr. Coasting to FIRE und ich haben je ein eigenes Konto für unsere persönlichen Ausgaben, auf das auch jeweils unser Gehalt eingeht. „Mein“ Girokonto fungiert dabei zusätzlich als Konto für die laufenden Supermarkt-Ausgaben. Unsere Gehaltskonten haben wir beide bei der ING.

Das dritte Konto ist bei der DKB. Dort sammle ich so gut wie alle festen Ausgaben und kann sie so von den beiden anderen Girokonten trennen.

Überblick über regelmäßige planbare, feste Ausgaben 

Ich buche jeden Monat Geld von den Girokonten der ING auf die DKB via Dauerauftrag, um die Rücklagen regelmäßig monatlich zurückzulegen und über das Jahr verteilt anzusparen. So trenne ich die monatlichen Ausgaben von anderen regelmäßigen Ausgaben und werde nicht unangenehm von vierteljährlichen oder jährlichen Zahlungen überrascht. 

Der Dauerauftrag zur DKB enthält zum Beispiel die Kreditrate und das Hausgeld für unsere selbstgenutzte Immobilie, Grundsteuer, GEZ, Versicherungen und Ansparen für in der Wohnung anstehende Renovierungsarbeiten. Weiterhin gibt es Rücklagen für Gesundheitsthemen (falls man mal beim Zahnarzt etwas dazuzahlen muss) oder auch für die ÖPNV-Jahreskarte (wir haben kein Auto).

Da die DKB leider nicht so viele Unterkonten bietet, wie ich regelmäßige Ausgaben habe, behalte ich den Überblick mit Hilfe einer Excel-Tabelle (ok, genau genommen ist es das Google-Pendant…). Dort sind alle wiederkehrenden Ausgaben aufgelistet einschließlich Zahlungstermin und Zahlungsrhythmus, also monatlich/ vierteljährlich/ halbjährlich/ jährlich. 

So behalte ich einen Überblick und kann jederzeit genau sagen, wieviel von den monatlichen Einnahmen beiseite gelegt werden muss für spätere Ausgaben, die in einem anderen Rhythmus als monatlich bezahlt werden. 

Haushaltsbuch

Neben der Übersicht mit den regelmäßigen, wiederkehrenden Ausgaben führen wir außerdem ein Haushaltsbuch. So behalten wir den Überblick, wieviel wir für alles ausgeben und vor allem: wieviel wir investieren. 

Auch hier tut es eine Excel-Tabelle…oder genau genommen ein Google Sheet. Letzteres hat den Vorteil, dass es eine iPhone-App gibt und ich Ausgaben auch unterwegs ins Haushaltsbuch eintragen kann. Was ich allerdings nur bei Ausgaben mache, dir wir unterwegs haben und bei denen es keinen Kassenbon gibt. Also wenn wir zum Beispiel spazieren sind und uns an einem Kiosk etwas zu trinken kaufen. 

Für den Rest der Ausgaben lassen wir uns einen Kassenzettel geben und ich setze mich in regelmäßigen Abständen hin, gehe durch alle Kassenzettel und Kontoauszüge und trage sie ins Haushaltsbuch ein.

Ausschnitt aus dem Haushaltsbuch der Coasting to FIRE-Familie
Ausschnitt aus dem Haushaltsbuch der Coasting to FIRE-Familie, hier die Ausgabenkategorien

Tagesgeldkonten für verschiedene Zwecke

Neben den drei Girokonten gibt es noch diverse Tagesgeldkonten sowohl bei DKB als auch bei ING, wo man jeweils mehrere Unterkonten anlegen kann. 

Ein Unterkonto dient zum Ansparen und zur Rücklage des Urlaubsgelds, es gibt außerdem ein separates Konto für unseren Notgroschen. Letzterer ist für mein Sicherheitsgefühl sehr wichtig, so dass er trotz Inflation im fünfstelligen Bereich ist. 

Seit kurzem gibt es auf dem Verrechnungskonto von Trade Republic 2% Zinsen p.a, so dass ich inzwischen einen großen Teil des Notgroschens dort auf dem Verrechnungskonto geparkt habe. Da es aber anscheinend mitunter Verzögerungen bei der Auszahlung von Trade Republic gibt, habe ich immer noch einen vierstelligen Betrag vom Notgroschen bei der DKB geparkt, nur um sicher zu sein.

Depots

Aktuell haben wir drei Depots: 

  • Das Hauptdepot ist bei Trade Republic, einfach weil die Gebühren dort extrem günstig sind. Ich persönlich finde deren App sehr benutzerfreundlich und einfach zu bedienen und das einfache Gebührenmodell ist unschlagbar.
  • Das zweitgrösste Depot ist das von Mr. Coasting to FIRE und ist bei der ING. Da er dort ohnehin sein Girokonto hat, bot es sich an, dort auch gleich das Depot zu eröffnen. Inzwischen sind ETF-Sparpläne bei der ING auch kostenlos, was hervorragend ist, da wir sein Depot hauptsächlich mit ETF befüllen.
  • Das DKB-Depot ist eigentlich nur noch ein Überbleibsel, nachdem ich letztes Jahr alle Positionen bis auf eine zu Trade Republic übertragen hatte. Die letzte verbliebene Position ist mein Cloud Computing-Branchen-ETF, der bei Trade Republic nicht handelbar ist und deswegen weiterhin bei der DKB liegen bleiben muss.

Unser Junior hat übrigens sein eigenes Junior-Depot. Da uns Eltern dieses Geld nicht zum Wirtschaften zur Verfügung steht, lasse ich es in diesem Artikel bewußt aussen vor. Hier kannst du nachlesen, wie Mr. Mini-Coasting to FIRE investiert.

Blick ins Depot

Wenn du einen Blick in unsere Depots werfen magst, gibt es folgende Möglichkeiten:

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11 Kommentare

  1. spannend zu lesen wir ihr alles plant und eure Finanzen organisiert 🙂
    Wir haben auch 3 Girokonten: jeder hat sein Gehaltskonto und dann gibt es noch ein „Haushaltskonto“ für Miete, Lebensmittel und alles was sonst noch gemeinsam gekauft wird.

    liebe Grüße,
    Hanna

    1. Das ähnelt sich dann ja sehr unserem Modell, liebe Hanna. Habt ihr die Einzahlungen auf‘s Haushaltskonto 50:50 aufgeteilt oder macht ihr das prozentual zum Einkommen?

      Liebe Grüße,
      Nadine aka Mrs. Coasting to FIRE

  2. Hallo!

    Da hast du ja ein ein recht konsequentes Konzept! Führst du das Haushaltsbuch nur für gemeinsame Ausgaben oder auch für eure jeweils persönlichen?
    Und sprecht ihr alle Investitionen auf den Depots ab oder entscheidet da jeder alleine?

    Und natürlich noch Glückwunsch zum Junior!!!

    Wir haben auch Nachwuchs, selbst bewohnten Eigentum und Depots (da gehen die Strategien allerdings weit auseinander). Ein Juniordepot haben wir allerdings nicht angelegt, sondern statt dessen das Geld in Sondertilgungen für den Kredit gesteckt und verzinsen das als Geschenk obendrauf in einem Excelsheet bis Nachwuchs das Geld bekommt. Vorteil: Nachwuchs zahlt keine KEST und hat einen garantierten Ertrag. Dem Kredit schadet es auch nicht 😉
    Man muss aber dazu sagen, dass es hierzulande (ich komme aus Österreich) zwar auch Möglichkeiten gibt für Kinder (abseits vom Sparbuch) etwas anzulegen, das dürfen aber nur ausgewählte mündelsichere Fonds sein. Das ist eine Liste mit ca 20 Fonds, alle so konservativ und anleihenlastig, dass die Performance in den letzten Jahren einfach zu vergessen war…
    Einen Freibetrag gibt es hierzulande auch nicht, also Steuern ab dem ersten Cent.

    Haushaltsbuch führe ich auch, allerdings nur für meine Ausgaben.
    In meinem Depot hab ich auch eine Core Satellite Strategie, die ist im Moment aber noch (zu) sehr auf Einzelaktien, hier balanciere ich per Sparplan im Laufe der Zeit aus, bis dir ETFs den gewünschten Anteil haben.

    LG Ela

    1. Hallo Ela!

      Vielen Dank für die spannenden Einblicke, wie ihr eure Familienfinanzen regelt.

      Interessanter Ansatz, das Geld in die Immobilie zu stecken anstatt in ein separates Juniordepot, wenn es bei euch in Österreich aber keinen Freibetrag gibt, dann macht das natürlich viel mehr Sinn als hier in Deutschland, wo auch Kinder ihren eigenen Freibetrag haben können. Puh, 20 Fonds nur für‘s Juniordepot…da glaube ich gern, dass das mal wieder zu konservativ ist. Was haben nur alle mit der Angst vor Aktien? 😉 Bei uns hier in Deutschland geht natürlich auch nicht alles für ein Juniordepot, aber Aktien und ETF kann man so gut wie frei wählen (glaube ich). Wobei ich ehrlich gesagt gar nicht weiß, ob man zum Beispiel auch gehebelte ETF in ein Juniordepot kaufen könnte, wenn man wollte…. (Ich will das jedenfalls nicht)

      Zu deinen Fragen:

      das Haushaltsbuch ist für alle gemeinsamen Ausgaben. Die persönlichen Ausgaben werden unter „Sonstiges“ als Gesamtposition eingetragen, aber mehr ins Detail gehen wir da nicht.

      Bei den Investments in die Depots lässt mir Mr. Coasting to FIRE im wesentlichen freie Hand, er kennt sich mit dem Thema einfach nicht so gut aus und hat auch nicht soviel Lust, sich damit zu beschäftigen. Wir haben natürlich besprochen, was ETF sind und welche Grundregeln man an der Börse beachten sollte (wie: im Crash lieber nachkaufen als verkaufen), aber im Detail interessiert ihn das nicht, was in seinem Depot ist. Als er meinte, er möchte auch Apple im Depot haben (weil wir nur mal alles von Apple haben), haben wir das natürlich für sein Depot gekauft.

      Liebe Grüße,
      Nadine aka Mrs, Coasting to FIRE

      1. Hallo Nadine!

        Was Anlage für Kinder betrifft ist die jahrzentealte Gesetzgebung in Österreich meiner Meinung nach leider nicht mehr zeitgemäß. Kirsche obendrauf: die besagten ca 20 Fonds sind alle aktive und somit teure Fonds. Gebt von mir aus einen all world ETF für die lieben Kleinen frei und ich bin dabei! *träum*

        Träumen tu ich auch von einem Freibetrag, da schiele ich schon ein wenig neidvoll nach Deutschland….

        noch ein kleiner Einblick in persönliches Finanzverhalten und Investitionen: wir sind ein wunderschönes Beispiel dafür, dass es vernünftig wäre, wenn man da gemeinsam eine Strategie entwickelt und als Paar gemeinsam plant. Ist bei uns leider unmöglich. Es gab mehrere Fehlversuche, ich habe letztendlich die Reissleine gezogen, abgesehen von Alltagsausgaben gibt es rigid getrennte Finanzen. Geht leider nicht anders (mein Partner schafft es nicht einfach so zu sparen oder vernünftig zu investieren). Tipp an alle: kein gemeinsames Konto für die Gehälter! Hatten wir nie, das wäre eine Katastrophe gewesen.
        Wenn, dann nur ein drittes (wie auch du eines hast) für gemeinsame Ausgaben.

        LG Ela

        1. Liebe Ela,

          vielen Dank für deine Einblicke!

          Zum Thema „Nicht mehr zeitgemäße Gesetzgebung“ könnte ich hier für Deutschland ja auch ein Liedchen singen…. Aber gut, im Vergleich zu Österreich haben wir tatsächlich einen Freibetrag und die Möglichkeit, kostengünstige ETF und auch Einzelaktien ins Juniordepot zu packen. Anscheinend sollte ich darüber dankbar sein, wenn ich deine Ausführungen so lese 😉

          Zum Thema getrennte Familienfinanzen: ich denke, es kommt darauf an. 😉 Ich kann für uns sagen, dass es bei uns gut funktioniert, dass wir gemeinsam Absprachen treffen und uns dann auch daran halten. Aber klar, wenn die Absprachen nicht funktionieren würden, würde ich auch Gegenmassnahmen ergreifen. Von daher kann ich gut verstehen, dass du die Reißleine ziehen musstest und ihr nun getrennte Finanzen habt. Man sagt ja nicht umsonst: Bei Geld hört die Freundschaft auf. Kann/ muss man dann im Beziehungskontext vermutlich ausweiten auf „Bei Geld hört die Liebe auf“. Vielleicht fällt bei deinem Partner irgendwann noch der Groschen, soll ja schon passiert sein (bei mir im direkten Umfeld, meine Schwester hat auf meine Anregung hin ihre kompletten Finanzen umgekrempelt).

          Liebe Grüße,
          Nadine aka Mrs. Coasting to FIRE

  3. Hallo liebe Nadine,
    spannender Artikel, werde ich mir gleich nochmal als Lesezeichen vermerken. Wir haben auch einen gewissen Workflow und unzählige Konten 😅 Habe mich daher etwas wiedererkannt. Wir haben es allerdings so geregelt, dass jeder von seinem Gehaltskonto eine gewissen Betrag (% Anteil in Relation zum Gehalt) zum Haushaltsbudget beisteuert, von dem alles gemeinsame gezahlt wird. Das wird natürlich je nach Situation dann angepasst… zusätzlich hab ich für uns ein Haushaltsbuch, in dem ich den Überblick bewahre. 🙂
    Find es auf jeden Fall mega spannend, andere Einblicke zu lesen.
    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Na dann haben wir doch im Grunde ein ähnliches System mit dem prozentualen Anteil an den gemeinschaftlichen Kosten, liebe Jenny! Und was wäre das Leben ohne Haushaltsbuch, oder? 😉 Freut mich sehr, wenn ich dir einen spannenden Einblick in unsere Finanzen geben konnte.

      Liebe Grüße,
      Nadine aka Mrs. Coasting to FIRE

  4. Hallöchen Nadine,

    auch ich habe deinen Artikel mit Freude gelesen. Es ist einfach schön zu sehen, wie Du Eure Finanzen organisierst 🙂

    Was mich interessieren würde und ich frage jetzt einfach mal :
    Wie habt ihr den Betrag, über den ihr beide frei verfügen könnt, ausgerechnet? Ist das jeweils derselbe oder abhängig vom Einkommen, oder habt ihr eine ganz andere Bemessungsgrundlage?

    Danke fürs Antworten
    Julia

    1. Liebe Julia,

      Danke für deine Frage! Wir haben ganz einfach darüber gesprochen, wieviel wir als monatlichen Betrag für unsere Bedürfnisse benötigen und uns dann auf eine Summe geeinigt. So macht man das doch in Beziehungen, miteinander reden und eine Einigung als Paar erzielen, oder? 😉 Da kennst du dich doch auch super mit aus… Und: jeder bekommt den gleichen Betrag, alles andere finden wir nicht fair.

      Liebe Grüße,
      Nadine

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